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Aktualisiert: vor 1 Stunde 38 Minuten

Gemeinden, die sich radikal für andere öffnen

Fr., 06/24/2022 - 06:10

Am ersten Sitzungstag der Süddeutschen Jährlichen Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) ging es um Veränderung. Harald Rückert, der für Deutschland zuständige EmK-Bischof, sprach davon in seinem Bischofsimpuls. In vielen Facetten entfaltet der Superintendenten-Bericht dieses Thema und bildete den inhaltlichen Mittelpunkt des Tagesgeschehens am gestrigen Donnerstag.

Die Zeit für Veränderungen in der Kirche ist gut

»Tiefgreifender und unbequemer als uns lieb ist« sei die Herausforderung, die kirchliche Arbeit neu zu verstehen und neu zu gestalten, sagte Rückert den Mitgliedern der Jährlichen Konferenz zum Auftakt seines Impulses. Der Bischof beschreibt die aktuelle Situation als Zeit vieler Krisen. In der Gesellschaft erkennt er einen »Trend zu noch mehr Individualisierung«. Und das häufig übliche Schlechtreden mache auch vor der Kirche nicht halt. Im Letztgenannten sieht Rückert einen »innerkirchlichen Klimawandel«, der »unsere Arbeit in den Kabinetten (das ist die Ebene der Zusammenarbeit des Bischofs mit den Superintendenten der jeweiligen Jährlichen Konferenz; d. Red.) stark belastet«.

Daraus zieht Rückert den Schluss: »Die Notwendigkeit zu grundlegenden Veränderungen ist für jeden und jede aber unausweichlich offenbar.« Gleichzeitig macht er den Konferenzmitgliedern Mut zur notwendigen Veränderung: »Die Zeit für grundlegende Veränderungen in der Kirche ist gerade richtig gut!« Wenn die Mitglieder des Kirchenparlaments dazu bereit seien und darauf vertrauten, dass »das Evangelium von Jesus Christus Menschen erreichen, bewegen und verändern will«, dann wandle sich das kirchliche und persönliche Handeln »vom verbissenen ›Tun-Müssen‹ zum ›Dabei-sein-Wollen‹, wenn Gott Neues schafft mitten unter uns«.

Mission ist »Leben in Beziehung«

Schon im Vorfeld der Konferenztagung signalisierte der Superintendenten-Bericht mit seinen 56 Seiten, dass es um eine gewichtige Botschaft gehen werde. Mit dem Titel »Veränderung wagen« setzten Superintendentin Dorothea Lorenz für den Distrikt Stuttgart und die drei Superintendenten Tobias Beißwenger, Markus Jung und Stefan Kettner für die Distrikte Reutlingen, Nürnberg und Heidelberg das Thema. Nach der auf einer umfangreichen innerkirchlichen Befragung beruhenden Beschreibung der großen gesellschaftlichen Entwicklungen und deren Auswirkungen auf die EmK betonen sie Stärken der EmK und ihrer Gemeinden und entwerfen einen Ansatzpunkt für den Weg der Kirche in die Zukunft. Dafür stehe das Motto: »Unsere Mission: Leben in Beziehung«.

Weil die EmK eine Kirche sei, die auf Gemeinschaft setze, müsse sie sich »in der Verbindung niederschwelliger Gemeinschaft und intensiv gelebten Glaubens weiterentwickeln«. Deshalb wünschten sie sich »Gemeinden, die sich radikal für andere öffnen und anderen Menschen einfach Heimat bieten«. Das seien »Gemeinden, die die schützenden Kirchenmauern verlassen und sich auf das Abenteuer Begegnung im Café, auf dem Spielplatz oder der Bowlinghalle einlassen«. So solle die EmK dazu beitragen, »dass unser Umfeld, unsere Gesellschaft und damit vor allem die Menschen, mit denen wir gemeinsam leben, in Beziehung kommen: zu Gott, zu sich selbst und zu ihren Nächsten«.

In einer ersten Diskussionsrunde reagierten die Mitglieder der Konferenz und begaben sich am Nachmittag auf einen fast dreistündigen Stationen-Weg. Dort wurden an sieben Stationen die Themenfelder des Berichts, die Lösungsansätze zur Veränderung bieten sollen, andiskutiert. Dabei ging es um Themenbereiche wie Ehrenamt, die Frage von Gemeinde-Standorten, Finanzen, Gottesdienste und Angebote oder die Frage von Personal und Führung. An den beiden Sitzungstagen Freitag und Samstag werden weitere Gesprächseinheiten im Plenum der Konferenz folgen, bevor über den weiteren Weg zur Veränderung Beschlüsse gefasst werden sollen.

 

Weiterführende Links

Internetauftritt der Süddeutschen Jährlichen Konferenz 
Impuls des Bischofs zur Süddeutschen Jährlichen Konferenz  (You-Tube-Video)

Sich gegenseitig das Wasser in der Wüste zeigen

Do., 06/23/2022 - 06:08

Vom 22. bis 26. Juni tagt die Süddeutsche Jährliche Konferenz, das Kirchenparlament für die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) in Süddeutschland. Die Veranstaltungen vom Mittwoch bis Samstag dieser Woche finden in Fellbach, östlich von Stuttgart statt. Der Abschluss am Sonntag mit einem großen Gemeindetag ist in Göppingen, vierzig Kilometer östlich von Stuttgart. Die Tagung steht unter dem Thema »Sprüche klopfen«, wobei das biblische Buch der Sprüche in den Blick genommen wird.

Es darf gestritten werden

Ums Sprüche-Machen ging es im Eröffnungsgottesdienst, der in Stuttgart-Bad Cannstatt stattfand. In seiner Predigt sprach Stefan Reinhardt über beredte Dummheit und Weisheit im Schweigen. Der Schorndorfer EmK-Pastor nahm dabei Bezug zu gesellschaftspolitischen Themen wie Hetze, Verleumdung und Verurteilung, aber auch auf innerkirchliche Auseinandersetzungen. Es dürfe diskutiert werden, es dürfe gestritten werden und es dürften auch unterschiedliche Meinungen vertreten werden. »Aber sich gegenseitig verleumden, sich gegenseitig den Glauben abzusprechen, das sollten wir uns abgewöhnen«, mahnte Reinhardt. Trotz unterschiedlicher Sichtweise könnten Christen »achtsam miteinander umgehen«. Wo das gelinge, würden Menschen »sich gegenseitig das Wasser in der Wüste zeigen«. Dann sei Kirche »nicht eine Kirche der theologischen Überzeugungen, sondern Kirche Jesu Christi«.

Sich gegenseitig Schätze zeigen

In Grußworten betonten drei Gäste ihre Verbundenheit mit der Evangelisch-methodistischen Kirche. Margret Schäfer-Krebs, Referentin für bischöfliche Liturgie und Ökumene der römisch-katholischen Kirche, lud statt einer »Ökumene des Minimalismus zu einer Ökumene der gegenseitigen Bereicherung ein«, um sich gegenseitig »die Schätze zu zeigen«. Ulrich Heckel, Dezernatsleiter im Oberkirchenrat der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, betonte »den einen Glauben, der alle Gläubigen vereint«. Der Bürgermeister für Sicherheit, Ordnung und Sport der Stadt Stuttgart, Clemens Maier, ermutigte dazu, dass die Kirche sich in die gesellschaftlichen Prozesse einbringt. Es seien die Religionen und Glaubensgemeinschaften, »die eine besondere Verantwortung haben, weil sie eine Wirkmacht haben, in dem was sie tun und was sie sagen«.

Forderungen für mehr Generationengerechtigkeit

Mi., 06/22/2022 - 16:09

Das Ökumenische Netzwerk Klimagerechtigkeit (ÖNK) plant zur ökumenischen Schöpfungszeit im September dieses Jahres einen Aufruf an die Bundesregierung, sich bei der Weltklimakonferenz entschieden für deutlich engagiertere Klimaziele einzusetzen. Als Vorsitzende der G7-Staaten habe die Bundesregierung die Möglichkeit, zusammen mit den anderen wirtschaftlich starken Nationen auf eine Erhöhung der Klimafinanzierung und auf einen angemessenen Umgang mit klimabedingten Verlusten und Schäden hinzuwirken.

Bischof Rückert unterstützt ÖNK-Petition

Die im ÖNK verbundenen kirchlichen Akteure appellieren mit ihrer Petition an die reichen Industrienationen, die Krisenspirale für die ärmsten und von der Klimakrise am stärksten betroffenen Menschen zu durchbrechen. Bis zum 30. Juni haben Organisationen und Gruppen die Möglichkeit, sich als Erstunterzeichner hinter den Aufruf zu stellen. Harald Rückert, der für Deutschland zuständige Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK), hat in der zurückliegenden Woche den Aufruf unterzeichnet. Ab September wird der Aufruf veröffentlicht und kann dann von Einzelpersonen und weiteren Organisationen unterzeichnet werden. Ende Oktober soll die Petition mit den eingegangenen Unterschriften in Berlin an die deutsche Delegation zur Weltklimakonferenz überreicht werden.

Die Petition wendet sich mit drei Forderungen an die Bundesregierung. Es werden deutlichere Anstrengungen aller Vertragspartner des Pariser Klimaabkommens angemahnt, um das Ziel zu erreichen, die Erderhitzung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Außerdem müsse das Versprechen der Industrieländer, jährlich hundert Milliarden US-Dollar (rund 95 Milliarden Euro) in die internationale Klimafinanzierung zu investieren, dringend umgesetzt werden. Dazu gehöre auch die Erhöhung des deutschen Anteils von jährlich vier auf sechs Milliarden US-Dollar und bis 2025 sogar auf jährlich acht Milliarden US-Dollar. Bei der dritten Forderung geht es um die angemessene Unterstützung bei der Bewältigung von Schäden und Verlusten, von denen besonders die ärmsten Länder betroffen sind. In Anwendung des Verursacherprinzips werden die Bundesregierung und andere Industrieländer aufgefordert, Zusagen für zusätzliche Finanzmittel zur Bewältigung von klimabedingten Verlusten und Schäden zu machen.

EU-Taxonomie ohne Atomkraft und Gas

Ebenfalls in der zurückliegenden Woche wandte sich Bischof Rückert an vier Abgeordnete des Europäischen Parlaments. Anlass war die am 14. Juni auf den Weg gebrachte und zur Beschlussfassung im Europaparlament vorliegende »EU-Taxonomie«. Diese EU-Richtlinie soll zu mehr rechtlicher Klarheit und Transparenz bei nachhaltigen Geldanlagen führen.

Als Bischof wende er sich an die Abgeordneten, weil er kirchliche Investitionen vertrete, die durch die Pensionskasse der EmK getätigt werden. Deren Anlagen erfolgten »unter Berücksichtigung christlicher Werte sozial verträglich, ökologisch und generationengerecht«. Beim aktuellen Vorhaben der EU-Taxonomie würden jedoch Technologien berücksichtigt, »die aufgrund ihrer Auswirkungen bis weit in die Zukunft nicht generationengerecht sind«.

Die eigentlich beabsichtigte Förderung generationengerechter Wirtschaftsaktivitäten werde damit allerdings »geradezu konterkariert«. Die Aufnahme von Atomstrom und Gas würde ein »völlig falsches Signal« setzen. Deshalb bat Rückert die Abgeordneten in seinem Schreiben darum, bei der Beschlussfassung im Europaparlament gegen die Aufnahme von Atomkraft und Gas in die Umwelt-Taxonomie zu stimmen.

 

Weiterführende Links

ÖNK-Petitionstext »Die Krisenspirale für die Ärmsten durchbrechen« (PDF in deutscher und englischer Sprache)
Brief von Bischof Rückert an Abgeordnete des Europa-Parlaments (PDF)

Ein Kaleidoskop als Modell für die Einheit

Di., 06/21/2022 - 06:44

Die Jährliche Konferenz Schweiz-Frankreich-Nordafrika, das für den Arbeitsbereich in diesen Ländern zuständige Kirchenparlament der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK), tagte vom 15. bis 19. Juni in Schaffhausen. Die Konferenzmitglieder diskutierten Kriterien, wie die Kirche künftig die ihr zur Verfügung stehenden Mittel und Möglichkeiten einsetzen will. Außerdem berieten sie ein Modell, wie trotz unterschiedlicher Auffassungen in sexualethischen Fragen ein gemeinsamer Weg als Kirche möglich ist.

Trotz Unterschieden den Missionsauftrag gemeinsam leben

Auf Basis einer umfangreichen Vorarbeit diskutierten die Mitglieder der Konferenz einen Vorschlag zur Überwindung von Spannungen, die aus unterschiedlichen Sichtweisen zu sexualethischen Fragen resultieren. Der unter dem Titel »Kaleidoskop – den Missionsauftrag leben« vorliegende Lösungsvorschlag, sollte dazu ermutigen, trotz unterschiedlicher Überzeugungen einen gemeinsamen Weg in die Zukunft zu gehen. Mit großer Mehrheit bei nur vier Gegenstimmen, verständigten sich die Stimmberechtigten auf die Weiterarbeit an der Vorlage. Grundsätzlich zielt der Einigungsvorschlag darauf ab, dass die Kirche und die Gemeinden sich in sexualethischen Fragen öffnen können, sodass »verschiedene Überzeugungen zu den vorliegenden Fragen rund um Eheschließung und pastoralen Dienst und die dazugehörige Praxis gleichberechtigt möglich« sind. Erklärterweise soll das Miteinander traditioneller und liberaler Ansichten weiterhin möglich sein, indem vor allem für Regionen wie Frankreich und Nordafrika, die traditionelle Sicht beibehalten werden kann, indem »angemessene Regelungen» in deren »interne Reglemente« aufgenommen werden können.

Ausweiten – Umsteuern – Schließen

Ausführlich diskutierten die Konferenzmitglieder ein sogenanntes »Ressourcen-Einsatz-Modell«. Darin werden ganz neu Kriterien, Strukturen und Abläufe beschrieben, mit denen künftig Personal, Wissen, Räume und Finanzen in der Kirche und den Gemeinden eingesetzt werden sollen. Das Modell soll dazu dienen, die Planungen für jeden Gemeindestandort und jedes kirchliche Projekt zu verbessern und in regelmäßigen Abständen auszuwerten. Damit könne zielgenau ermittelt werden, ob Standorte oder Projekte ausgeweitet werden könnten, ob umgesteuert werden oder ob gegebenenfalls sogar eine Einstellung der Arbeit erfolgen muss. Im Grundsatz war das Modell im vergangenen Jahr schon beschlossen worden. Die zur Tagung vorgelegte Darstellung war eine differenzierte Ausführung, die jetzt weiterentwickelt werden soll.

Eine inhaltlich noch unausgereifte Idee

Bis ins Schweizer Fernsehen hinein bekam im Vorfeld der Tagung die Überlegung einer zeitlich befristeten Kirchengliedschaft Aufmerksamkeit. Die vorbereiteten Tagungsunterlagen zielten darauf ab, neben der weiterhin unbefristeten Kirchengliedschaft eine »Kirchengliedschaft auf Zeit« einzuführen, um dem Lebensgefühl jüngerer Generationen Rechnung zu tragen. Diese seien stärker an Lebensabschnitten orientiert und seien an temporäre Engagements gewohnt, wie der Antrag der Kommission für theologische und kirchliche Fragen betont. Ihnen entgegenzukommen und das »inhaltlich-theologische Verständnis von Mitgliedschaft« positiv nahezubringen, könne mit dem Angebot einer befristeten Kirchengliedschaft erreicht werden. Den Konferenzmitgliedern war nach intensiver Diskussion die Unterscheidung zwischen kurzzeitiger Kirchengliedschaft und unbefristet gültigem Glaubensbekenntnis nicht eindeutig genug. Der Sachverhalt soll daher in überarbeiteter Form zur nächsten Konferenztagung wieder vorgelegt werden.

Es geht um die Wirkung von Sprache

Mi., 06/15/2022 - 06:17

Die Süddeutsche Jährliche Konferenz, das für Süddeutschland zuständige Kirchenparlament der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK), nimmt das Buch der Sprüche in den Blick. Nach den vergangenen beiden Jahren, in denen sich die Delegierten nur für einen Tag vor Ort zusammenfanden, kann in diesem Jahr die gesamte Tagung in Präsenz stattfinden. Tagungsort ist vom 23. bis 25. Juni die Fellbacher Schwabenlandhalle. Der Gemeindetag zum Abschluss der Konferenz findet in Göppingen statt.

Thematisch nimmt die diesjährige Tagung der Jährlichen Konferenz Anleihen im biblischen Buch der Sprüche. Es wird dabei um die Wirkung von Sprache gehen, die fördern und ermöglichen, aber auch kleinhalten und zerstören kann, wie Dorothea Lorenz in der Einladungsbroschüre zur Konferenz schreibt. Die Superintendentin des Stuttgarter Distrikts weist darauf hin, dass ein sorgsamer Umgang mit Sprache in unserer sich schnell verändernden Zeit unverzichtbar ist. Für die kircheneigenen Fragestellungen seien intensiver Austausch und kommunikative Fähigkeiten unerlässlich. So könnten gemeinsam zukunftsweisende Antworten gefunden werden, »denn wir wollen nicht beim Reden stehen bleiben«.

Zum Auftakt der Tagung findet am Mittwoch in der Fellbacher Christuskirche der EmK der Frauenbegegnungstag statt, bei dem es um gute Vorsätze und deren Umsetzung geht. Der Eröffnungsgottesdienst als geistlicher und thematischer Auftakt der Konferenz ist im Stuttgarter Stadtteil Bad Cannstatt. Die Sitzungen von Donnerstag bis Samstag sind in der Schwabenlandhalle in Fellbach. Am Freitag finden sich Delegierte und Interessierte erneut in der evangelisch-lutherischen Stadtkirche Bad Cannstatt zum Abendmahls- und Gedächtnisgottesdienst ein.

Für den Abschluss der Tagung mit dem Gemeindetag wird der Ort gewechselt. Göppingen mit der großen EWS-Arena, einer Mehrzweckhalle, bietet großzügig Platz für mehrere tausend Besucher des Konferenzgemeindetags. Am Vormittag ist der Ordinationsgottesdienst mit Bischof Harald Rückert, der live im Internet übertragen wird. Der Nachmittag lockt die Besucher mit drei Angeboten, den ganzen Tag mit kulinarischer Mittagspause und vielen Begegnungsmöglichkeiten einzuplanen. Darüber hinaus komplettieren die Kinderkonferenz und ein von Samstagabend bis Sonntagmittag angebotenes Jugendevent das viele Altersgruppen umfassende Angebot des Abschlusswochenendes.

 

Weiterführende Links

Informationen zur Süddeutschen Jährlichen Konferenz
Infobroschüre für die Süddeutsche Jährliche Konferenz (PDF)
Mittwoch 22. Juni, ab 13 Uhr: Übertragung Konferenzbegegnungstag der Frauen (You-Tube)
Freitag 24. Juni, ab 19:30 Uhr: Übertragung Abendmahls- und Gedächtnisfeier (You-Tube)
Sonntag 26. Juni, ab 10:30 Uhr: Übertragung Ordinationsgottesdienst (You-Tube)
Together.Das Jugendevent  

»Sein Herz brannte für die Diakonie«

Mo., 06/13/2022 - 17:49

Am Donnerstag vergangener Woche verstarb Paul Nollenberger im Alter von 96 Jahren. Als Pastor der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK), Superintendent sowie Direktor und Vorsitzender des Geschäftsführenden Vorstands im Diakoniewerk Martha-Maria Nürnberg war er für viele Menschen eine prägende Persönlichkeit.

Lebensberufung durch katholische Ordensschwester

Paul Nollenberger wurde 1925 in dem rund vierzig Kilometer nördlich von Stuttgart gelegenen Ottmarsheim geboren. Als Dreijähriger, seine ältere Schwester war gerade fünf Jahre alt, starb sein Vater. Der Stiefvater ermöglichte ihm die Oberschullaufbahn, und gleichzeitig hieß es immer, in der elterlichen Landwirtschaft kräftig mit anzupacken. Noch vor dem Abitur wurde er zum Kriegsdienst eingezogen und erlitt zuerst in Frankreich und später in der Oberpfalz Verwundungen. Die zweite war ein lebensgefährlicher Lungendurchschuss, den er überlebte, obwohl er bereits aufgegeben war. Eine ihn pflegende katholische Ordensschwester sah das als ein Wunder an und sagte zu ihm: »Ihr Leben gehört nicht mehr Ihnen. Gott muss etwas Besonderes mit Ihnen vorhaben.« Diese Lebensberufung nahm ab 1947 mit der Aufnahme des Theologiestudiums in Tübingen und Frankfurt am Main ihren Lauf. Von 1954 an war der engagierte Gemeindepastor in seinem Element. Nürnberg, Schwabach, Stuttgart und Ludwigsburg waren die Stationen, bevor er als Superintendent die Verantwortung für den Distrikt Reutlingen übertragen bekam. Von 1982 war er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand neun Jahre lang Direktor und Vorsitzender des Geschäftsführenden Vorstands im Nürnberger Diakoniewerk Martha-Maria.

Ein »lebenslang Lernender«

Für den Pastor, der gerne wieder in den Gemeindedienst zurückgekehrt wäre, war die Beauftragung mit der Aufgabe als Direktor eines Diakoniewerks eine große Herausforderung. Diese letzte Etappe seines aktiven Dienstes fiel zudem in eine Zeit großer Veränderungen. Markanter Höhepunkt dieser Zeit war im Jahr 1989 die Feier des hundertjährigen Bestehens des Diakoniewerks. Aufgrund der politischen Veränderungen im Jahr 1989 und der sich anbahnenden Wiedervereinigung führten weitreichende Entscheidungen schlussendlich zur Wiedereingliederung des ostdeutschen Standorts in Halle an der Saale.

Im Rückblick auf die lange gemeinsame Wegstrecke im Nürnberger Diakoniewerk beschreibt Schwester Roswitha Müller, die Oberin der Diakonissenschaft Martha-Maria, Paul Nollenberger als »ganz faszinierenden Menschen«. »Sein Herz brannte für die Diakonie«, sagt sie und attestiert dieser prägenden kirchlichen Persönlichkeit, ein »lebenslang Lernender« gewesen zu sein.

Manche nannten ihn »Mister Allianz«

Über die Grenzen seiner eigenen Kirche hinaus pflegte Nollenberger immer Kontakte zur Evangelischen Allianz. Die Zusammenarbeit zwischen Gemeinden und Christen, um die Botschaft des Evangeliums evangelistisch und glaubensstärkend weiterzutragen, war ihm stets ein Anliegen. Bis weit in den Ruhestand hinein prägte er zwanzig Jahre lang die Arbeit der Evangelischen Allianz in Nürnberg, davon vierzehn Jahre als Vorsitzender. In diese Zeit fiel 1988 auch die zweite Auflage des Jugendkongresses »Christival«, der mit 18.500 Dauerbesuchern auf dem Messegelände und 30.000 Besuchern beim Abschlussgottesdienst mit dem ostdeutschen Pfarrer Theo Lehmann eine besondere Etappe markierte. In Nürnberg trug ihm sein Einsatz für »die Allianz« die wohlwollende Bezeichnung »Mister Allianz« ein.

Bis ins hohe Alter geistlich aktiv

Bis weit in seinen Ruhestand blieb der Diakonie- und Allianz-Mensch Nollenberger aktiv. Mit Predigtdiensten und Andachten, als unermüdlicher Prediger am Himmelfahrtstag, um diesen Tag nicht einfach als säkularen Feiertag preiszugeben, oder als Autor, um Kirchengeschichte für Gegenwart und Zukunft verständlich zu machen, setzte er seine Gaben ein. Im Jahr 2018 verabschiedete er sich auf eigenen Wunsch aus dem aktiven geistlichen Dienst. Jetzt verstarb er im Alter von 96 Jahren. Er hinterlässt seine Frau und seinen Sohn mit Familie.

 

Weiterführende Links

Artikel über Paul Nollenberger im Magazin »Eins« der Evangelischen Allianz Deutschland

Mut machen, Entwicklung fördern

Mi., 06/08/2022 - 05:57

Vom 26. bis 29. Mai 2022 tagte in Salzburg die Jährliche Konferenz Österreich der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK). Unter der Leitung von Patrick Streiff, des auch für Österreich zuständigen Bischofs der Zentralkonferenz Mittel- und Südeuropa, und Stefan Schröckenfuchs, Superintendent in Österreich, trafen sich rund dreißig Pastorinnen und Pastoren, Laien und Gäste, um über zentrale Fragen des methodistischen Auftrags nachzudenken.

Bei der Konferenztagung in diesem Jahr ging es um den letzten Punkt des thematischen Dreiklangs der frühen methodistischen Bewegung: »Was sollen wir tun? – What to do?« Diese Frage entstammt der frühen Ordnung John Wesleys für die Treffen der Prediger der methodistischen Erweckungsbewegung. Mit »Was sollen wir lehren? – What to teach?«, »Wie sollen wir lehren? – How to teach?« und »Was sollen wir tun? – What to do?« richtete John Wesley (1703-1791) die Bewegung auf die zentralen Aufgaben der Mission und Diakonie aus. Die Jährliche Konferenz Österreich beschäftigte sich drei Jahre in Folge mit jeweils einer der Fragen. Außerdem konnten die Mitglieder und Gäste der Jährlichen Konferenz zusammen mit Gästen aus der Ökumene die Eröffnung der in einem Diakoniezentrum gelegenen neuen Gemeinderäume der Salzburger EmK-Gemeinde feiern.

Der ausführliche und zu vielen Gedanken anregende Superintendentenbericht war Basis zahlreicher Gespräche und begleitete die Mitglieder und Gäste während der ganzen Tagung. Im Sinne einer Zusammenfassung wurde schließlich ein Leitmotiv für die künftige Gestaltung der evangelisch-methodistischen Arbeit in Österreich übernommen: »Wir feiern die Liebe Gottes, dadurch machen wir Mut, fördern wir Entwicklung und bewirken wir etwas!«

Drei Themenbereichs-Paare wurden im Blick auf die Zukunft als besonders wichtig und dringlich bewertet: Nachhaltigkeit und Ökologie, Mission und Sichtbarkeit sowie Kinder und Jugendliche. Diese Themen werden die Kirche in Österreich auf dem Weg in den kommenden Jahren begleiten. Vor allem der Bereich »Mission und Sichtbarkeit« wurde als Inhalt der kommenden beiden Tagungen der Jährlichen Konferenz festgelegt. Es soll der Frage nachgegangen werden, wie die Gnade, die heilsame Liebe Gottes, denen zugänglich gemacht werden, die sie brauchen, die aber keine Gottesdienste mehr besuchen, weil ihnen »Kirche« keine Hoffnung, Zuversicht oder ausreichend tragfähige Antworten auf ihre Fragen mehr gibt. Es gehe dabei um Menschen, die sich nicht mehr auf die Suche nach einer christlichen Gemeinschaft machen, weil sie ihre Hoffnungen auf anderes setzen. Außerdem gehe es um die Frage, was es braucht, damit auch Kinder und Jugendliche wieder mehr Lust bekommen, die Liebe Gottes gemeinsam zu feiern.

Ein weiteres Gesprächsthema im Rahmen der Tagung war »Inklusion und Diversität«. Gerade hier zeigte sich, wie sehr der Umgang innerhalb der Konferenzgemeinschaft von Offenheit, gegenseitigem Respekt und dem Willen zum ernsthaften Zuhören geprägt ist. Das ermöglichte sehr persönliche und tiefgehende Unterhaltungen.

Im Rahmen der Tagung wurden Frank Moritz-Jauk (Graz) als Pastor auf Probe bestätigt und Dorothee Büürma (Salzburg) als Pastorin in die volle Verbindung der Jährlichen Konferenz aufgenommen.

 

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Internetauftritt der EmK Österreich

153 Erfahrungen der Güte Gottes

Sa., 06/04/2022 - 06:39

Am vergangenen Wochenende, dem 28. und 29. Mai, fand das Glaubensfestival »Staunen!« im Nordseebad Wremen an der Wesermündung statt. Rund 250 Erwachsene und 30 Kinder aus 20 Gemeinden waren am Samstag dabei. Am Sonntag waren es laut Veranstalterangaben 120.

Böen bis Windstärke 9

»Wir fühlten uns beschützt und in Gottes Hand«, schreibt Christhard Elle als Ein-Satz-Resümee über das zweitägige Festival. Er ist Pastor der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in der Gemeinde Bremerhaven. Zusammen mit der Gemeinde und einem großen Mitarbeiterteam ist Elle Ausrichter des Festivals, dessen dritte Auflage wegen der Corona-Pandemie hatte verschoben werden müssen. Die jetzt durchgeführte Kurzveranstaltung war nur ein Zwischenschritt für das im kommenden Jahr über Himmelfahrt stattfindende fast fünftägige Festival.

Das diesjährige Kurzfestival war mit »Böen bis Windstärke 9« konfrontiert, erzählt der umtriebige Bremerhavener Pastor. Diese Windstärke bedeute, »dass man kleine Kinder festhalten muss, damit sie nicht wegwehen«, beschreibt er die dem Wind fast schutzlos ausgesetzte Situation am Nordseestrand. Die Durchführung sei möglich gewesen, weil das große EmK-Mobil, ein Doppeldeckerbus der EmK-Zeltmission, zusammen mit anderen Fahrzeugen eine fast windfreie Zone ermöglichte. Im Windschatten konnten die Besucher des Festivals die Veranstaltungen mitverfolgen. Das als Freiluftveranstaltung geplante Treffen habe den Verantwortlichen »manche schlaflose Nacht« bereitet, als sich die Wettersituation immer mehr zuspitzte.

Zäsur nach der Corona-Pause

Elle lässt auch erkennen, dass es seiner Gemeinde, die einen Großteil der Mitarbeiter stellte, und den Besuchern des Glaubensfestivals abzuspüren gewesen sei, dass dieses erste große Treffen nach der langen Corona-Pause eine »Zäsur« markierte. »Wieder zu spüren, dass wir miteinander unterwegs sind, das tat gut.« Das gemeinsame Unterwegssein, voneinander zu hören und füreinander zu beten »hat manche Traurigkeit überwunden«.

Besonders die angebotenen Kleingruppen hätten eine wichtige Funktion erfüllt. Darin hätten Begegnungen und die Wahrnehmung der unterschiedlichen persönlichen Lebenssituationen stattgefunden. Bezugnehmend auf das Festivalmotto »153 Fische« hätten alle Teilnehmer einen Karabiner in Fischform erhalten und die Zusage: »Der Herr schenke dir 153 Erfahrungen seiner Güte«. Die Zahl erinnert an die Menge der Fische, die der Apostel Petrus der Bibel zufolge fing, nachdem er dem auferstandenen Jesus Christus begegnete (Johannes 20,11).

»Gott hat auf uns aufgepasst«

Verschiedene Redner beschäftigten sich in Bibelarbeiten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit dem Thema. Dabei sei deutlich geworden, dass Gott sich um jeden Einzelnen kümmere, so Elle. Der ökumenische Freiluftgottesdienst am Sonntag zusammen mit der landeskirchlichen Ortsgemeinde sowie den lutherischen, baptistischen und pfingstlerischen Kirchengemeinden aus Bremerhaven bildete den Abschluss des Festivals mit dem Fortsetzungsthema: »Du hast einen Gott, der Feuer für dich macht und Fische brät«. »Gott hat auf uns aufgepasst«, sagt Elle im Rückblick auf das Wochenende. »Gut, dass wir einen Gott haben, der Feuer für uns macht und Fische brät.«

 

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Glaubensfestival »Staunen!«  

Oberhaupt der Methodistischen Kirche Nigeria entführt

Mi., 06/01/2022 - 11:38

Am vergangenen Sonntag wurde das Oberhaupt der »Methodistischen Kirche Nigeria« entführt. Seit Montag gibt es dazu Nachrichten in verschiedenen internationalen Medien und auch in Deutschland. In diesem Zusammenhang war auch von der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) die Rede, was aber nicht zutrifft. Der Entführte ist zwischenzeitlich wieder freigekommen.

Die bisher bekannten Fakten

Nach bisher zugänglichen Informationen wurde Samuel Kanu, das Oberhaupt der Methodistischen Kirche Nigeria (Methodist Church Nigeria, MCN) am vergangenen Sonntag aus unbekannten Gründen entführt. Kanu ist Prälat dieser Kirche, in der MCN der oberste Bischof. Meldungen zufolge war Kanu mit zwei weiteren Geistlichen auf dem Rückweg von einer kirchlichen Veranstaltung.

Am gestrigen Dienstag wurde bekannt, dass der Entführte und seine beiden Begleiter wieder auf freiem Fuß seien. Ob die nach der Entführung geforderte Lösegeldforderung von 100 Millionen nigerianischen Naira, ungefähr 200.000 Euro, gezahlt wurde, ist nicht bekannt. In nigerianischen Medien wurde der Vorfall als »nationale Schande« bezeichnet. Es sei ein Hinweis darauf, wie »moralisch verfallen« die Situation in Nigeria sei. »Wenn schon eine so hochkarätige Person entführt wird, gibt es keine Hoffnung für einfache Leute«, beschrieb Aaron Akabuokwu die gesellschaftliche Lage in Nigeria. Er ist leitender Pastor der Wesley Cathedral in Umuahia, der Hauptstadt des im Süden Nigerias gelegenen Bundesstaats Abia.

Verbindung zur EmK

Nach Informationen von Frank Aichele, dem Leiter der in Wuppertal ansässigen deutschen EmK-Weltmission, gibt es kaum Beziehungen zwischen dem deutschen Teil der Evangelisch-methodistischen Kirche und der Methodistischen Kirche Nigeria. Vertreter in Nigeria wirkender methodistischer Kirchen, darunter auch die EmK, würden aber regelmäßig zusammenkommen. Die MCN, so Aichele, sei durch eine von britischen Methodisten ausgehende Missionstätigkeit entstanden, die später selbständig wurde. Dabei habe sie auch das präsidiale Leitungssystem der britischen Methodisten durch ein streng hierarchisches Leitungssystem mit mehreren bischöflichen Ebenen ersetzt, dessen aktuell oberster Bischof der jetzt entführte Samuel Kanu ist. Laut Informationen des Weltrats methodistische Kirchen und des Ökumenischen Rats der Kirchen hat die MCN rund zwei Millionen Kirchenglieder.

 

Weiterführende Links

Internetauftritt der Methodistischen Kirche Nigeria (Englisch)
Informationen zur Methodistischen Kirche Nigeria beim ÖRK (Englisch)

Aufgeweckt Christ sein

So., 05/29/2022 - 14:37

Mit einer per Video übertragenen Botschaft des Bischofs, der Information über die Berufung eines neuen Superintendenten und Verlesung der Dienstzuweisungen für das neue Konferenzjahr endete die Ostdeutsche Jährliche Konferenz. Das Kirchenparlament für die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) in Ostdeutschland tagte von Freitag an bis zum heutigen Sonntag (27. bis 29. Mai) digital. Die »Sendezentrale« befand sich im Begegnungs- und Bildungszentrum Schwarzenshof im Thüringer Wald. Von dort aus wurde auch der Kurzgottesdienst zum Abschluss der Konferenztagung übertragen.

Unerschütterlich hoffen und glauben

»Jesus spricht euch Kraft und Fantasie zu, um aufzustehen«, sagte Bischof Harald Rückert in seiner Botschaft zum Abschluss der Konferenztagung. »Gott spricht euch Frieden zu, der menschliches Verstehen und Tun weit übersteigt.« Dieser Friede Gottes widersetze sich der Wirklichkeit von Bosheit und Tod und solle »mit Überzeugung« gelebt werden. Mit dieser Botschaft stärkte der Bischof die Gemeinden für deren Dienst im neuen Konferenzjahr. Derzeit lege sich, so Rückert, »Krise über Krise«. Nicht wenige zögen sich zurück, vergleichbar den Jüngern, die sich in der noch ungeklärten österlichen Situation hinter verschlossene Türen zurückgezogen hatten. Jesus Christus kümmere sich jedoch um diejenigen, die zu ihm gehören (Johannesevangelium 20,19-23). Gottes Geist mache aus Menschen, die sich abkapselten und einigelten und wie »eingeweckt« wirkten »aufgeweckte« Christen. »Ihr könnt unerschütterlich hoffen und glauben«, ermutigte Rückert seine Zuhörerschaft. Sie sollten zuversichtlich bezeugen, »dass Jesus als menschgewordener Friede Leben erschafft und erhält«.

Neuer Superintendent für den Distrikt Dresden

Im Rahmen des Kurzgottesdienstes informierte Bischof Rückert über die Berufung des neuen Superintendenten für den Distrikt Dresden. Mitja Fritsch wird Mitte kommenden Jahres die Nachfolge von Christhard Rüdiger antreten, der das Amt dann zehn Jahre innehatte. Fritsch ist bis zu seiner Amtseinführung im nächsten Jahr weiterhin Pastor im Bezirk Reichenbach im Vogtland.

Der 44-Jährige stammt aus dem erzgebirgischen Erlabrunn unweit der Grenze zu Tschechien. In der EmK-Gemeinde Zwickau-Planitz hatte Fritsch seine ersten Erfahrungen des Glaubens in der dortigen Gemeindearbeit. Von 1998 an studierte er in Reutlingen fünf Jahre lang Theologie am Theologischen Seminar der Evangelisch-methodistischen Kirche (heute Theologische Hochschule Reutlingen). Nach dem Studium schlossen sich Gemeindedienste als Pastor in Gelenau südlich von Chemnitz sowie in den Erzgebirgsorten Bockau und Albernau und seit 2014 in Reichenbach im Vogtland an. Dort ist er aktuell zuständig für die Gemeinden Reichenbach, Mylau und Unterheinsdorf. Zusätzlich zu seinem Dienst in der Gemeinde ist Fritsch seit etlichen Jahren als systemischer Berater in der Gemeindeberatung der EmK tägig. Außerdem ist er Beauftragter für den Kurs »Laien in der Verkündigung«.

Im Oktober und Zwickau und nächstes Jahr auf Schwarzenshof

Mit der in viele Gemeindegottesdienste im ganzen Konferenzgebiet eingebetteten Video-Übertragung endete der erste Teil der Ostdeutschen Jährliche Konferenz. Die Fortsetzung im Rahmen eines Konferenzgemeindetags findet am 9. Oktober in Zwickau statt.

Im kommenden Jahr findet die Ostdeutsche Jährliche Konferenz vom 11. bis 14. Mai statt. Es ist der dritte Anlauf, um auf Schwarzenshof die Konferenztagung als Präsenzveranstaltung mit einem methodistischen Festival als Höhepunkt durchzuführen.

 

Weiterführende Links

Homepage für die Ostdeutsche Jährliche Konferenz

Dienstzuweisungen OJK 2022

So., 05/29/2022 - 10:50

(x) Zahlen in Klammern = Anzahl der Dienstzuweisungsjahre

Distrikt Dresden

Superintendent Christhard Rüdiger (10)

  • Annaberg-Buchholz: zu besetzen, Aufsicht: Bernt Förster
  • Aue: Sven Tiesler (3), Petra Iffland (3, Gemeindereferentin)
  • Bockau/Albernau: Stephanie Hallmann (8), Heidrun Hertig (4), Carsten Hallmann (5, Lokalpastor*)
  • Chemnitz-Friedenskirche: Thomas Günther (9), Christine Meyer-Seifert (3), Marcel Tappert (3, Lokalpastor), Susann Kober (3, Lokalpastorin), Christiane Mehlhorn (1, Pastorin auf Probe)
  • Crottendorf: Bernt Förster (5), David Melle (5, Gemeindepädagoge)
  • Dittersdorf-Geyer: Tobias Buschbeck (6, Lokalpastor*), Michael Wetzel (2, Laienprediger mit Dienstzuweisung*)
  • Dresden-Emmauskirche: Thomas Härtel (4)
  • Dresden-Ost: Marie-Theres Ringeis (2)
  • Dresden-Immanuelkirche: Philipp Weismann (10, Lokalpastor*)
  • Eibenstock: Heidrun Hertig (6)
  • Grünhain: Stefan Gerisch (4)
  • Königswalde: Claudia Küchler (7, Lokalpastorin*), Sandra Mauersberger (2, Gemeindepädagogin)
  • Lauter: Andreas Hertig (4)
  • Lößnitz: Michael Kropff (1), Katharina Tunger (4, Gemeindepädagogin in Ausbildung)
  • Mittelsachsen: Thomas Günther (3), Christine Meyer-Seifert (3), Marcel Tappert (11, Lokalpastor), Susann Kober (3, Lokalpastorin), Christiane Mehlhorn (1, Pastorin auf Probe)
  • Oberlausitz: Olf Tunger (2), Christiane Mehlhorn (4, Pastorin auf Probe)
  • Raschau: Ute Möller (5, Lokalpastorin*)
  • Schneeberg: Andreas Günther (9), Lutz Rochlitzer (4, Lokalpastor)
  • Schönheide/Stützengrün: Gerhard Künzel (1, Lokalpastor*)
  • Schwarzenberg: Friedbert Fröhlich (1), Marcel Tappert (Beauftragter für missionarischen Gemeindeaufbau der OJK)
  • Sehmatal: Sebastian Mann (5), Diana Wolf (4, Pastorin auf Probe)
  • Zschopau-Marienberg: Jörg Herrmann (3)
  • Zschorlau: zu besetzen, Lutz Rochlitzer (4, Lokalpastor), Katharina Tunger (4, Gemeindepädagogin in Ausbildung), Aufsicht: Harald Hunger und Stefan Lenk (Lokalpastor)
  • Zwönitztal: Michael Kropff (1), Pedro Freundel (4, Lokalpastor)
Distrikt Zwickau

Superintendent Werner Philipp (4)

  • Auerbach: zu besetzen, Mandy Merkel (9, Gemeindepädagogin*), Aufsicht: York Schön
  • Ellefeld: Jörg-Eckbert Neels (5), Viola Renger (1, Gemeindepädagogin)
  • Erfurt: Franziska Demmler (7)
  • Falkenstein: Jörg Eckbert Neels (5), Viola Renger (1, Gemeindepädagogin)
  • Halle/Dessau: Kathryn Harris Weishaupt (4)
  • Jena/Weimar/Bad Klosterlausnitz: Eric Söllner (15), Stephan Ringeis (Pastor im Interimsdienst)
  • Kirchberg/Wilkau-Haßlau: Lutz Brückner (7)
  • Leipzig-Bethesdakirche: Christin Eibisch (8)
  • Leipzig-Kreuzkirche: zu besetzen, Katrin Bonitz (4, Lokalpastorin*), Aufsicht: Christin Eibisch
  • Netzschkau: York Schön (11)
  • Oberes Vogtland: Norbert Lötzsch (6), Dorothea Föllner (7, Lokalpastorin)
  • Plauen: Norbert Lötzsch (6), Dorothea Föllner (7, Lokalpastorin)
  • Reichenbach: Mitja Fritsch (9)
  • Reinsdorf/Mülsen/Crossen: zu besetzen, Aufsicht: Thomas Roscher
  • Rodewisch: zu besetzen, Mandy Merkel (8, Gemeindepädagogin*), Aufsicht: Mitja Fritsch
  • Thüringen Südost: Katrin Schneidenbach (4), Matthias Zieboll (5)
  • Thüringer Vogtland: Hendrik Walz (4)
  • Treuen: York Schön (11)
  • Werdau: Kathrin Posdzich (5, Pastorin auf Probe), Aufsicht: Mitja Fritsch
  • Zeitz/Gera: Jörg Recknagel (7), Stephan Ringeis (Pastor im Interimsdienst)
  • Zwickau-Friedenskirche: Christian Posdzich (7), Viola Renger (1, Gemeindepädagogin)
  • Zwickau-Planitz: Thomas Roscher (7)
In besonderen Diensten

Im Bereich der Jährlichen Konferenz, Zentralkonferenz und deren Einrichtungen

  • Agaplesion Mitteldeutschland gemeinnützige GmbH Bethesdakirche: Frank Eibisch (10)
  • Fachklinik Klosterwald Bad Klosterlausnitz, Theologischer Geschäftsführer: Eric Söllner (13)
  • Diakonisches Altenhilfezentrum Rudolstadt, Seelsorger: Matthias Zieboll (4)
  • Krankenhaus Martha-Maria Halle-Dölau, Seelsorgerin: Kathryn Harris Weishaupt (4)
  • Come back e.V. Zittau: Olf Tunger (2)
  • Evangelisationswerk, Sekretär für Evangelisation (ZK): Barry Sloan (11)
  • Beauftragter für missionarischen Gemeindeaufbau der OJK: Marcel Tappert (4)
  • Senderbeauftragter der Evangelischen Freikirchen beim MDR: Stephan Ringeis (4)
  • Pastor im Interimsdienst: Stephan Ringeis (4)
Pastorinnen und Pastoren im Ruhestand

Gunter Demmler, Friedmar Dietrich, Kerstin Dietrich, Rudolf Endler, Gottfried Fischer, Dieter Fleischmann, Gerhard Förster, Thomas Fritzsch, Christoph Georgi, Helmut Halfter, Ludwig Herrmann, Harald Hunger, Martin Kappaun, Birgit Klement, Friedhelm Kober, Johannes König, Reiner Kohlhammer, Manfred Kubig, Klaus Leibe, Stefan Lenk, Reinhold Mann, Horst Martin, Christoph Martin, Christian Meischner, Reinhard Melzer, Matthias Meyer, Klaus Morgenroth, Andrea Petzold, Siegfried Rex, Sebastian Ringeis, Thomas Röder, Wolfgang Ruhnow, Volker Schädlich, Diethelm Schimpf, Joachim Schmiedel, Helmut Schönfeld, Gotthard Schreier, Karl-Friedrich Siebert, Horst Sterzel, Dieter Straka, Klaus Straka, Friedemann Trommer, Herbert Uhlmann, Uta Uhlmann, Gerhard Weigelt, Andreas Wiederanders , Dr. sc. Karl Zehrer

Bewerber und Bewerberinnen für das Predigtamt - Studierende

An der Theologischen Hochschule Reutlingen

  • Felix Süß
  • Marcel Franke

 

* unter Aufsicht des zuständigen Superintendenten

 

Dem Gehenden schiebt sich der Weg unter die Füße

So., 05/29/2022 - 05:46

Die Ostdeutsche Jährliche Konferenz, ein Kirchenparlament der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK), beendete am gestrigen Samstag nach zwei Sitzungstagen ihre Arbeit. Mit fundierten Informationen und Glaubensmut fasste die Konferenz richtungsweisende Beschlüsse zur Entwicklung des Begegnungs- und Bildungszentrums Schwarzenshof.

Große Herausforderungen für einen segensreichen Weg

Zum Abschluss der Tagung diskutierten die Konferenzmitglieder intensiv über anstehende umfangreiche Investitionen hinsichtlich der Heizungsanlage und der Trinkwasserversorgung des konferenzeigenen Hauses auf Schwarzenshof. Trotz sehr unterschiedlicher Sichtweisen angesichts der Größe des Projekts wurde deutlich, dass die Konferenz die traditionsreiche Immobilie nicht nur erhalten, sondern weiterentwickeln möchte.

Für diese Weiterentwicklung der Begegnungs- und Bildungsstätte als geistlichen Ort im Sinn des Mottos »Kirche in anderer Gestalt« müssen die Gebäude nachhaltig und zukunftsfähig gestaltet werden. Dazu gehöre, so betonten etliche Konferenzmitglieder, unbedingt auch die inhaltliche Weiterentwicklung. Kritisch kommentiert wurde die maßgebliche Finanzierungsplanung auf Basis einer anhaltenden Spendensammlung aus den Gemeinden des Konferenzgebiets. Deshalb soll die Form der Finanzierung zusammen mit der Kommission für Finanzen und Kircheneigentum konkreter ausgestaltet werden. Insgesamt überwogen Wortmeldungen, die mit Glaubensmut, aber auch mit einem Blick für die zahlreichen Einzelfragen die Herausforderung als einen segensreichen Weg sehen.

Projektgruppe soll inhaltliche Arbeit vorantreiben

Unter dem Motto »dem Gehenden schiebt sich der Weg unter die Füße« stellten sich die Konferenzmitglieder hinter Schwarzenshof als ihre zentrale Begegnungs- und Bildungsstätte. Sie stimmten der umgehenden energetischen Sanierung der technischen Infrastruktur zu, weil akuter Handlungsbedarf besteht. Dazu gehören die Erneuerung der Heizung, der Warm- und Trinkwasserversorgung sowie weiterer technischer Einrichtungen, die für einen ökonomisch sinnvollen und ökologisch nachhaltigen Betrieb unabdingbar sind. Dafür werden Investitionsmittel in Höhe von gut 1,7 Millionen Euro bereitgestellt. Außerdem wurde ein Antrag zur Rücklagenbildung angenommen.

Für die konferenzweite Spendensammlung erfolgt ein Aufruf, der das Bild der »Feuerschale« verwendet. Darüber hinaus ergeht konferenzweit ein Aufruf an interessierte Personen, sich für zunächst drei Jahre an einer Projektgruppe zu beteiligen, die die inhaltliche Arbeit auf Schwarzenshof als geistlich-ökologisches Zentrum »Kirche in anderer Gestalt« vorantreibt. Start und Begleitung dieses Projekts liegt in der Verantwortung des Konferenzverwaltungsrats.

Schwarzenshof »zum Dritten«: nächstes Jahr mit methodistischem Festival

Die Kurztagung der Jährlichen Konferenz findet am heutigen Sonntag mit der Videoübertragung eines Gottesdienstes und mit Verlesung der Dienstzuweisungen ihren Abschluss. Für den 9. Oktober ist in Zwickau der Konferenzgemeindetag als zweiter Teil der Konferenztagung geplant.

Im kommenden Jahr findet die Ostdeutsche Jährliche Konferenz vom 11. bis 14. Mai statt. Es ist der dritte Anlauf, um auf Schwarzenshof die Konferenztagung mit einem methodistischen Festival als Höhepunkt durchzuführen. Die Hoffnung bleibt, dass es dann eine von Corona unbehelligte Präsenztagung sein wird.

 

Weiterführende Links

Videoübertragung mit Bischofsbotschaft und Verlesung der Dienstzuweisungen  (Sonntag, 29.5. 2022; You-Tube)
Homepage für die Ostdeutsche Jährliche Konferenz
Begegnungs- und Bildungsstätte Schwarzenshof 

Loslassen und neue Wege entdecken

Sa., 05/28/2022 - 14:10

Am gestrigen Freitag startete die Ostdeutsche Jährliche Konferenz, das Kirchenparlament der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in den Bundesländern Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Zentraler Ort der digital durchgeführten Konferenz ist das Begegnungs- und Bildungszentrum Schwarzenshof in Thüringen.

Gemeinschaft ist unverzichtbar

Bischof Harald Rückert, der Vorsitzende der Jährlichen Konferenz, stellte seine Eröffnungsandacht in den Kontext der Ereignisse des Krieges in der Ukraine und den Amoklauf in den Vereinigten Staaten. Er wies auch auf die Zerreißprobe hin, in der sich die EmK angesichts der Homosexualitätsdebatte derzeit weltweit befindet. Dabei zog Rückert die Verbindung zur Aussage Jesu, dass, »wer Gottes Willen tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter« aus dem Markusevangelium (Kapitel 3, Vers 35).

Die »Familie«, so der Bischof, sei ein Bild für die Gemeinde. Jesus stelle die Christen bewusst in eine Gemeinschaft. Nicht selten begegneten ihm allerdings Erklärungen wie »Ich muss nicht Mitglied einer Gemeinde sein, ich kann meinen Glauben auch so für mich alleine leben«. Die Botschaft derartiger Aussagen laute: »Ich habe kein Problem mit dem lieben Gott, aber die anderen Christen und die Kirche überhaupt empfände man als schwierig.«

Gemeinde und Kirche seien aber kein Verein oder ein Zusammenschluss Gleichgesinnter um die jeweiligen religiösen Bedürfnisse zu stillen. Vielmehr sei Gemeinde eine Gabe Gottes zum Heil eines jeden einzelnen Christen. Die Bibel mit vielen ihrer Aussagen und auch die Gemeinschaft von Christen bewahrten davor, aus den Realitäten des Glaubens in eigene, illusionäre Vorstellungen des Glaubens abzugleiten. Es sei daher nicht nur »sinnvoll« in die Gemeinschaft einer Gemeinde eingebunden zu sein, sondern »unverzichtbar« für ein Leben in christlicher Nachfolge.

Kirche in neuem Modus

Unter dem Motto »… und zieht den neuen Menschen an« regten die Superintendenten Christhard Rüdiger und Werner Philipp mit ihrem Bericht zur Diskussion an. Mit Blick auf die vorgeschlagenen strukturellen Veränderungen, die bei der Tagung der Zentralkonferenz Deutschland im Herbst des Jahres für den deutschen Teil der EmK  beschlossen werden sollen, betonte Philipp: »Es kommt darauf an sich getrost auf den Weg zu begeben, loszulassen, und im Vertrauen aufeinander und auf Gott neue Wege zu entdecken.« Der für den Distrikt Zwickau zuständige Superintendent erklärte, dass es dabei nicht um einen technischen Wandel gehe. Vielmehr seien es »komplexe Zusammenhänge, die ein geistliches Vorgehen verlangen«.

Die Superintendenten formulierten die gemeinsame Aufgabe »eine Kirche von morgen versuchen zu wollen, die wahrscheinlich Kirche im neuen Modus ist«. Es werde, das zeichne sich schon jetzt in vielen schmerzhaften Situationen ab, sehr wahrscheinlich »kein Zurück in die alte Welt mehr geben«. In der anschließenden Diskussion wurde die Sehnsucht nach konkreten Schritten deutlich. Einerseits blieb Zurückhaltung spürbar, andererseits wurde die Hoffnung deutlich, dass erste Schritte ermutigend sein werden.

Finanzen stabil – Herausforderungen wachsen

Angesichts der Corona-Pandemie sei die Entwicklung der finanziellen Situation in der Ostdeutschen Konferenz »zufriedenstellend«, erklärte Jörg Ringeis. Der Schatzmeister wies allerdings darauf hin, dass die weitere Aussicht bis 2030 unbedingt in den Blick genommen werden müsse. Die Einnahmen aus Monatsbeiträgen, Kollekten und Sonderopfern seien im zurückliegenden Jahr mit insgesamt rund vier Millionen Euro stabil gewesen und hätten erneut das Vorjahresniveau erreicht. Die Zahl der Kirchenglieder sei allerdings von 7172 auf 6933 zurückgegangen.

Der sogenannte Gebedurchschnitt, also der von einzelnen Kirchengliedern im Jahr für die kirchliche Arbeit aufgebrachte Betrag, ist erneut gestiegen und liegt jetzt bei 574 Euro im Jahr (Vorjahr 560 Euro). Gleichzeitig sind Rücklagen der Bezirke weiter gestiegen auf insgesamt 1,1 Millionen Euro, was einer Steigerung um rund 500.000 Euro innerhalb gut zehn Jahren entspricht. Demgegenüber haben sich die Gesamtschulden der Bezirke innerhalb der letzten drei Jahre von rund 2,6 Millionen Euro auf rund 1,1 Millionen Euro mehr als halbiert. Die Höhe der Gehälter für die hauptamtlich Mitarbeitenden  liegt inzwischen bei 95 Prozent der deutschlandweit innerhalb der EmK vereinbarten Gehaltstabelle. Bis zum Jahr 2026 sollen hundert Prozent erreicht sein.

Trotz der positiven Tendenzen betonte der Schatzmeister die Herausforderungen der nächsten Jahre.  Damit die Arbeit im Zuständigkeitsbereich der Ostdeutschen Jährlichen Konferenz auf allen Ebenen gut geschehen kann, braucht es »eine weitere Erhöhung der Spenden durch jeden einzelnen«. Die im Jahr 2011 gestartete und sehr erfolgreiche Initiative für mehr Großzügigkeit, die die Gebebereitschaft in den Gemeinden deutlich gestärkt hat, solle daher angepasst weitergeführt werden.

Die Mitglieder der Konferenz diskutierten intensiv über den weiteren Weg bezüglich der Gehälter der hauptamtlich Mitarbeitenden und über grundsätzlich notwendige Strukturveränderungen. Die Mehrheit sah dieses Anliegen in der Vorlage für die Zentralkonferenz über die zukünftige Arbeitsweise der Kirche und der Gemeinden berücksichtigt. Insgesamt stimmten die Konferenzmitglieder darin überein, dass die Gehaltsentwicklung auf gutem Weg sei und mit Augenmaß weiterentwickelt werden solle.

Jetzt digital – im Herbst zentral

Die vom gestrigen Freitag bis zum morgigen Sonntag digital durchgeführte Tagung der Ostdeutschen Jährlichen Konferenz ist pandemiebedingt  nur ein erster Teil. Der »Sehnsucht nach der direkten Begegnung«, wie Bischof Rückert es zum Auftakt der Tagung ausdrückte, werde im Herbst in Zwickau entsprochen. »Noch Sehnsucht?!« heißt dann das Thema des Konferenzgemeindetags, der am 9. Oktober in Zwickau stattfinden wird.

 

Weiterführende Links

Homepage für die Tagung der Ostdeutschen Jährlichen Konferenz
»Initiative 50« für mehr Großzügigkeit
Abschlussbericht »Zukünftige Arbeitsweise und Struktur der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland« (PDF)

Obdach und zehn Bleche Pizza

Sa., 05/28/2022 - 09:37

In der vergangenen Woche wurde das Gemeindehaus der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Velbert Notquartier für die Bewohner dreier Häuser, die durch Blitzschlag in Brand gerieten. Grund dafür war ein über das Bergische Land hinwegziehendes großes Unwetter. In dem zwischen Wuppertal und Essen gelegenen Velbert führten Blitzeinschläge in mehreren Häusern zu Dachstuhlbränden mit großer, weit sichtbarer Rauchentwicklung. Die anrückende Feuerwehr bekämpfte die Brandherde und musste zwei der drei betroffenen Häuser evakuieren.

Die Mieter der in unmittelbarer Nähe gelegenen Kreuzkirche der EmK setzten sich sofort dafür ein, den von den Bränden und der Evakuierung betroffenen Hausbewohnern in den Räumen der Kreuzkirche mindestens vorübergehend ein Unterkommen zu ermöglichen. Die benachbarte Pizzeria spendierte spontan zehn Bleche Pizza, sodass in der Notsituation sogar fürs leibliche Wohl gesorgt war.

»Durch dieses beherzte Vorgehen konnte unsere Gemeinde 29 vom Brand betroffenen Bewohnern Unterkunft gewähren«, erzählt Marie-Luise Voswinkel. Zum Zeitpunkt des Brandes war die Velberterin als Stellvertreterin für ihren Gemeindebezirk bei der Norddeutschen Jährlichen Konferenz in Berlin. Aus der Ferne habe sie nur wenig zur Lösung der Situation vor Ort beitragen können. »Es waren unsere Mieter, die herumtelefonierten und den vom Brand Betroffenen den Zugang zur Kirche ermöglichten«, erklärt die Laienpredigerin.

Die Bewohner zweier Häuser seien später in ihre Wohnung zurückgekehrt. Nur die Bewohner des am stärksten betroffenen Hauses mussten vorübergehend im Gemeindesaal der Kirche untergebracht werden. »Toll – wie schnell wir wieder ein Dach über dem Kopf hatten!« und »Danke für die Ersthilfe!« waren zwei der Aussagen für den schnellen Einsatz und die Offenheit der EmK-Gemeinde. »Wir sind ja doch ein hilfreiches Wohnviertel – hätte ich nicht gedacht!«, war eine andere Originalstimme aus den betroffenen Häusern, die das Staunen über Zusammenhalt und Hilfsbereitschaft zum Ausdruck brachte.

»So kann Gemeinde auch sein«, ist Voswinkel dankbar für funktionierendes Zusammenwirken, obwohl die Verantwortlichen des Gemeindebezirks gar nicht sofort erreichbar gewesen seien. »Ein bisschen stolz bin ich schon auf unsere Gemeinde in Velbert«, schiebt sie nach. »Da bleibt nur ein riesengroßes Dankeschön.«

Eine ökumenische Stadt in der Stadt

Mi., 05/25/2022 - 10:00

Unter dem Motto »leben teilen« findet vom heutigen Mittwoch bis zum Sonntag (25. bis 29. Mai) der Katholikentag in Stuttgart statt. Zwischen 20.000 und 30.000 Teilnehmer werden zu dieser katholischen Großveranstaltung erwartet.

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland, zu der auch die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) gehört, beteiligt sich an diesem Pendant zum Evangelischen Kirchentag mit einem eigenen Auftritt. Die sogenannte »ACK-Polis«, »die Ökumene-Stadt in der Stadt« befindet sich in Stuttgart auf dem Kleinen Schlossplatz. Sie ist von Donnerstag bis Samstag tagsüber von 10 Uhr bis 18 Uhr öffentlich zugänglich, gehört also nicht zum kostenpflichtigen Programm, das nur per Eintrittskarten zugänglich ist.

Die ACK bietet mit ihrer Polis ein Begegnungs- und Gesprächszentrum, das zum Austausch und Verweilen einlädt und in kleinformatigen Veranstaltungen über die Vielfalt des Christentums in Deutschland informiert. Mit einem Stationen-Quiz, bei dem auch die Evangelisch-methodistische Kirche eine Fragenstation bietet, lädt die ACK dazu ein, die beteiligten Kirchen und Konfessionsfamilien spielerisch kennenzulernen. Für den Himmelfahrtstag und das mit Brückentag verlängerte Wochenende ist ein Besuch des Katholikentags aus dem näheren und weiteren Stuttgarter Umland in jedem Fall eine ökumenisch interessante Reise wert.

 

Weiterführende Links

Info zur ACK-Polis 
Einladung zur ACK-Polis am Katholikentag in Stuttgart (PDF)
Homepage des Katholikentags

Den Weg Wesleys gehen

Di., 05/24/2022 - 10:50

Im beschaulichen Königswinter, rechtsrheinisch gute zehn Kilometer südlich von Bonn gelegen, traf sich Anfang Mai eine kleine internationale Arbeitsgruppe. Sie gehört zu »Wespath – Benefits and Investments«. Unter diesem Namen firmiert eine internationale Einrichtung der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK), die als Pensionskasse und Gesundheitsdienstleister die Ruhegehaltszahlungen und Krankenversicherungsangebote für weltweit über 100.000 Personen koordiniert, die in methodistischen Gemeinden und über 130 methodistischen Institutionen arbeiten.

Im deutschsprachigen Raum kaum bekannt

In Deutschland, Österreich und in der Schweiz ist der international tätige EmK-Arbeitszweig nahezu unbekannt. Der Grund dafür ist schnell erklärt: In diesen Ländern sind von Seiten des Staates sowie der allgemeinen Krankenkassen und auch seitens der EmK Gesundheitsdienstleistungen und Pensionszahlungen vollständig abgesichert. Die Dienstleistungen von Wespath müssen in diesen Ländern daher nicht in Anspruch genommen werden.

Die Personen, die sich jetzt in Königswinter trafen, gehören dem innerhalb von Wespath eingerichteten Pensionsfonds der Zentralkonferenzen an, dem sogenannten »Central Conference Pension Program«. Sie kamen aus Litauen, Lettland, den Philippinen, der Schweiz und Deutschland sowie aus den Vereinigten Staaten. Einige Teilnehmer aus Russland waren per Video zugeschaltet. Die eigentlich noch zur Arbeitsgruppe gehörenden Personen aus Afrika erhalten dieses Jahr coronabedingt eine eigene Beratung in Südafrika.

Schwerpunktmäßig dienten die Beratungen der Arbeitsgruppe im Wesentlichen der weitergehenden Absicherung der Ruhestandsgehälter von Pastoren und Pastorinnen und praktischen Fragen. Neben Überlegungen zu Geldanlagen ging es auch um die aktuellen Herausforderungen innerhalb der EmK im Rahmen der sexualethischen Diskussionen, die bereits zu Abspaltungen von Gemeinden und Jährlichen Konferenzen führten.

Beziehung und Begegnung als Vertrauensbasis

»Wir sind hier, um Beziehungen zu den Kirchen und Regionen zu knüpfen, mit denen wir außerhalb der Vereinigten Staaten zusammenarbeiten«, erklärt Dale Jones am Rande der Tagung. Von 79 Jährlichen Konferenzen außerhalb der Vereinigten Staaten nähmen 69 die Dienste von Wespath in Anspruch, skizziert der Wespath-Verantwortliche die große Aufgabe. Zurzeit seien es rund 3.300 pensionierte Geistliche oder deren Witwen, in den Genuss der von Wespath angebotenen Gehalts- und Ruhestandssicherung kommen. In Europa betreffe das die Jährlichen Konferenzen in Lettland und Litauen, fast alle zur Zentralkonferenz Mittel- und Südeuropa gehörenden Konferenzen außer Österreich und Schweiz sowie alle Konferenzen, die zum eurasischen Bischofssprengel innerhalb der Zentralkonferenz Nordeuropa und Eurasien gehören.

»Unsere Aufgabe ist es, unsere Kompetenzen zur Führung, Entwicklung und Verwaltung von Fondsmanagement zur Verfügung zu stellen, um Renteneinkünfte zu erzielen und abzusichern«, sagt Jones, der bei Wespath für die Kontaktpflege zu den Zentralkonferenzen zuständig ist, also zu den Konferenzgebieten der EmK, die außerhalb der Vereinigten Staaten liegen. »Der in etlichen Ländern nötige Bedarf, die Ruhestandssicherung verantwortlich zu organisieren, war offensichtlich«, so Jones. Als kirchlicher Finanzdienstleister und Vermögensverwalter sähen sie ihre Aufgabe darin, sich »fortlaufend, beratend, prüfend und weiterführend« mit den Anlage- und Auszahlungsstrategien derer zu befassen, die diese Dienste in Anspruch nehmen. »Es sind die Pensionspläne unserer Kunden!«, betont der US-Amerikaner die Wespath-Arbeitsweise. Dazu sei es unbedingt nötig, die Menschen kennenzulernen und die Situation in deren Ländern zu verstehen. Nur dann könnten die Dienstleistungen so zugeschnitten werden, »dass es passt«.

Erfolgreiche Geldanlage als Dienst für die Kirche

Der im Jahr 2004 aufgelegte Pensionsfonds für die Zentralkonferenzen sammelte seither mit Einzahlungen, Zuwendungen, Spendung und Fundraising-Mitteln eine Summe von 26,5 Millionen US-Dollar, umgerechnet rund 25,4 Millionen Euro. Mit Anlagestrategien und weiteren Zuwendungen konnte der Fonds bis zum Jahr 2020 über eine Gesamtsumme von insgesamt 48 Millionen Dollar verfügen, wovon bis zu diesem Zeitpunkt insgesamt rund 13,5 Millionen Dollar für Pensionszahlungen, Beratung und Unterstützung zweckentsprechend eingesetzt wurden. Der Fonds verfügt also weiterhin über beträchtliche Mittel und Absicherungen, um den beteiligten Personen, Konferenzen und Einrichtungen der Kirche Pensionszahlungen und fortlaufende Unterstützung und Beratung für Pensionssicherungen zu sichern.

Wie bedeutsam der Dienst der Wespath-Finanzfachleute ist, lässt eine Aussage des inzwischen verstorbenen, vormaligen Bischofs der Jährlichen Konferenz im westafrikanischen Sierra Leone, John K. Yambasu, erahnen. Er habe, so erzählte er, »viele Pastoren und Missionare in Afrika erlebt, die in Armut und ohne Würde ihren Lebensabend verbrachten«. Junge Leute hätten ihrem Ruf in den pastoralen Dienst nicht Folge geleistet, »weil sie sich sonst einem Leben in ständiger Armut hätten verschreiben müssen«. Mit dem von Wespath angebotenen Pensionsfonds habe sich das grundlegend geändert. »Ihr habt dem ordinierten pastoralen Dienst die Würde zurückgegeben«, lobte Yambasu das Engagement der Wespath-Mitarbeiter.

Die Zusammenarbeit mit dem Zentralkonferenz-Pensionsfonds habe dazu geführt, »die Würde des ordinierten Dienstes wiederherzustellen«. In Afrika habe das zwischenzeitlich dazu geführt, »dass viele junge Menschen den ordinierten pastoralen Dienst als eine erstrebenswerte Berufung betrachten«. Dass Pastoren ihren Ruhestand »gesünder, länger und in Würde« erleben könnten, sei sehr ermutigend. Daran habe Wespath einen großen Anteil.

Fondsmanager, die einen Ruf angenommen haben

»Wir verstehen uns in unserer Aufgabe als gute Verwalter der von Konferenzen eingezahlten Gelder und der von tollen Menschen in unserer Kirche für diesen Zweck gespendeten Gelder«, unterstrich Ross Lundstrom die Aufgabe von Fondsmanagements und Beratung. Zusammen mit Jones ist er für den Kontakt mit den vom Pensionsfonds begleiteten Konferenzen und deren Mitarbeiter zuständig. Alle Beteiligten, sowohl die Konferenzen und einzelnen Pensionsempfänger als auch Wespath in der Verwaltung des Pensionsfonds hätten dabei die Aufgabe, nachhaltige Pensionspläne zu entwickeln. Dazu gehörten ausreichend zur Verfügung stehende Mittel, um die gegenseitig zugesagten langfristigen Verpflichtungen erfüllen zu können.

Deshalb sind die Mitarbeiter im Wespath-Management allesamt professionell ausgebildete Leute, häufig schon mit langjähriger Erfahrung. »Sie haben den Ruf angenommen, ihr Können und ihre Gaben der Kirche zur Verfügung zu stellen«, beschreibt Lundstrom die Motivation der insgesamt rund 270 Wespath-Mitarbeiter. Seit zwei Jahren gehört auch der wieder in Deutschland wohnende Thomas Kemper als Berater zu Wespath. Er soll mit seiner Erfahrung aus seiner Zeit als Generalsekretär des internationalen Missions- und Hilfswerks der EmK (General Board of Global Ministries) die Arbeit des Pensionsfonds für die Zentralkonferenzen zielgerichtet unterstützen und weiterentwickeln.

Der Name ist Programm

Übrigens verbirgt sich hinter dem Namen Wespath ein englisches Kunstwort. Zusammengesetzt aus Wesley und path (deutsch: Weg), also: Wesley’s path – nach dem Wege Wesleys, oder auf den Spuren Wesleys, oder im Sinne Wesleys. John Wesley legte immer Wert darauf, dass Glaube praktische Konsequenzen hat. Ein Glaube, der nur das eigene Seelenheil im Blick hat und sich in einer für sich selbst gelebten Frömmigkeit genügt, war nicht im Sinne Wesleys. Seit 2016 firmiert die international organisierte kirchliche Ruhestandsabsicherung und der Zweig für Gesundheitsdienstleistungen unter diesem Namen, um auch in der säkularen Öffentlichkeit die nötigen Investmentkontakte besser gestalten zu können. Ein relativ neutral klingender Name ist da besser, als ein Name, der nach einer kirchlichen Behörde klingt.

Insgesamt verwaltet Wespath für alle drei Tätigkeitsbereiche, also Pensionsfonds, Gesundheitsdienstleistungen sowie Anlagen und Investment rund 27 Milliarden Dollar, was derzeit rund 25,6 Milliarden Euro entspricht. In den Vereinigten Staaten gehört Wespath damit zu den Top-100-Pensionsfonds. »Wir wollen das Beste tun durch alle aktuellen Veränderungen in der Kirche hindurch«, unterstreicht der ganz neu im Amt befindliche Wespath-Generalsekretär Andrew Hendren die Zielsetzung der kirchlichen Einrichtung. Er stellte sich der Arbeitsgruppe in einer Videoübertragung vor und stand für Fragen zur Verfügung. Dabei erklärte er auch die vornehme Aufgabe, in christlicher Gesinnung, »Geld auf doppelte Weise zum Arbeiten bringen«. Es gehe darum, mit den Geldern den missionarischen Auftrag der Kirche zu erfüllen helfen. Dafür sei es nötig, Geld gewinnbringend zu investieren. Leitende Maßstäbe für gewinnbringende Anlageformen sind bei Wespath das Soziale Bekenntnis der EmK und Nachhaltigkeitskriterien. CO2-reduzierte Finanzinvestitionen wurden entwickelt, um die Anlagen und Wespath insgesamt bis zum Jahr 2050 CO2-neutral zu gestalten.

»Ganz einfach ist das nicht«, gibt der neue Generalsekretär ehrlich zu. Denn Wespath treffe diese Entscheidungen nicht alleine. »Die investierten Gelder gehören ja den Investoren«, erklärt Hendren die Herausforderung. Die Investoren müssten ebenfalls für nachhaltiges Investment gewonnen werden. Inzwischen werde ein gangbarer Weg erkennbar, aber die Menschen und Einrichtungen der Kirche müssten in diese neue Sicht der Geldanlage auch erst Vertrauen entwickeln. Da ist der Name dann eben doch Programm: Wespath – Wesleys Weg.

Vom »Tun-müssen« zum »Dabei-sein-Wollen«

Mo., 05/23/2022 - 14:55

Die von Mittwochabend bis zum gestrigen Sonntag (18. bis 22. Mai) in Berlin tagende Norddeutsche Jährliche Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) fand mit einem Gottesdienst in der evangelischen Heilig-Kreuz-Kirche im Stadtteil Kreuzberg ihren Abschluss. Im Gottesdienst predigte Harald Rückert, der für Deutschland und somit auch für die Norddeutsche Jährliche Konferenz zuständige Bischof.

Es fehlt nur noch das Losgehen

Mit seiner Predigt rüttelte der Bischof die anwesende Gottesdienstgemeinde mächtig auf. Nach rekordverdächtig kurzen drei Minuten und zehn Sekunden hörte die Gemeinde das die Predigt beschließende »Amen«. Noch hatten die Gottesdienstbesucher gar nicht richtig realisiert, was sich da ereignete, da saß der Bischof tatsächlich schon an seinem Platz in der ersten Reihe.

Mit den Beratungen während der zurückliegenden Tage, so hatte der Bischof in seiner Kurzpredigt erklärt, hätten die Mitglieder der Konferenz erneut alles bedacht und beschrieben. Sie hätten erneut viel Richtiges gesagt und die vom Thema vorgegebene Ausweglosigkeit ausgelotet. Aber auch Gottes unendliche Möglichkeiten hätten sie tiefgründig entfaltet. Wenn Gott wirklich Neues schaffe – das Thema des Abschlussgottesdienstes – dann fehle jetzt nur noch eines, so der Bischof: »dass wir losgehen«. Es sei ja alles gesagt. »Was jetzt kommt, ist draußen vor der Kirchentür. Dort geht es weiter. Seid ein Segen für eure Umgebung! Geht neue Wege – als einzelne, als Gemeinde und wir gemeinsam als Kirche! Es ist alles gesagt. Amen.«

Die irritierende Stille zog sich hin, die Orgel setzte nicht ein, die Gottesdienstgemeinde wusste nicht so recht, was passierte und erwartete doch noch eine Art Auflösung der Spannung. Diese löste sich, als der Bischof erneut ans Kanzelpult ging und dann doch noch ausführlicher über »das Werden des Neuen« predigte, das Gott schaffen werde und das die Menschen so schwer während des Entstehens erkennen könnten. So sei es ja schon im Buch des Propheten Jesaja (Kapitel 43, Vers 19a) gesagt: »Ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr‘s denn nicht?«

Gottes Angebot ist viel spannender und lockender

Das abrupte erste Ende der Predigt wich einer skizzenartigen Ausführung des Bischofs, indem er zum Perspektivwechsel einlud. So stehe zwar in der Bibel, dass es Gott ist, der Neues schafft, aber in der Kirche werde immer noch zu häufig gefragt, was »wir« tun könnten oder müssten. »Das ist der völlig falsche Ansatzpunkt!«, sagte Rückert. »Gott tut etwas, Gott schafft Neues, nicht wir!«

Deshalb, so Rückert weiter, gehe es tatsächlich auch für das Weiterbestehen der Norddeutschen Konferenz nicht darum »was wir schaffen oder was wir hinbekommen«. Vielmehr gehe es darum, »ob ihr dabei sein wollt, wenn Gott eine erneuerte EmK schafft, wenn Gott seine Kirche weltweit neu aufstellt«. Die Frage »Wollt ihr dabei sein?« sei doch viel spannender, viel lockender als die Pflege oder Diskussion von Untergangsszenarien.

Loslassen und Sterben-Lassen gehört auch dazu

Auf dem Hintergrund des »Dabei-sein-Wollens« stelle sich statt der Frage nach dem »Tun-müssen« vielmehr die Frage »Was dürfen wir lassen? oder »Was müssen wir lassen?« Neues könne nur wachsen, wenn Anderes sterben dürfe. »Sterben und wachsen – das ist ein biblisches Prinzip!«, so Rückert. Aber trotz der christlichen Auferstehungskompetenz werde dieses Prinzip zu häufig nicht gelebt, ja sogar mit dem Konservieren alter Erinnerungen geradezu blockiert.

Neues könne entstehen, wenn die Gemeinden den Blick »nach draußen« richteten. Das von Gott geschaffene Neue könne »vor der Kirchentür, draußen in der Begegnung mit Menschen« erkannt und gefunden werden. Deshalb sei Hinhören gefragt, um zu erkennen, »was die Leute auf dem Herzen tragen«. Es sei nötig, »die Sprache, das Denken der Menschen um uns herum nachzuvollziehen«. Wenn die Gemeinden lernten, so von sich selbst loszulassen und mutig neue Perspektiven einzunehmen, könne sich das ereignen, was Rückert dann so beschrieb: »Gott schafft Neues – und wir dürfen dabei sein!«

Im Wissen um die Gnade und Liebe Gottes und mit Risikobereitschaft könne »eine vielfältige Kirche entstehen mit Alten und Jungen, mit solcher und anderer Musik, mit gutgeplanten, liturgischen Gottesdiensten und mit Gottesdiensten draußen auf dem Marktplatz, wo alles schiefgehen kann und trotzdem die Echtheit und Lebendigkeit spürbar ist. »Gott schafft Neues – wollt ihr es verpassen?«, rief Rückert der Gottesdienstgemeinde zu. Mit »Es ist alles gesagt. Amen.« war dann wirklich alles gesagt – und eine nachdenkliche Gemeinde hing vorsichtig-mutig dem sich herrlich-mutig aufschwingenden Orgelspiel nach.

Die kirchliche Arbeit zukunftsfähig machen

Inhaltlich hatten die Konferenzmitglieder einige Themen in der Weiterführung zur Beschlussfähigkeit zu beraten. Dazu gehörte der bei der Zentralkonferenz 2017 erteilte Arbeitsauftrag, dass eine »Zukünftige Arbeitsweise und Struktur der EmK in Deutschland« erarbeitet werden sollte. Schon angesichts weiter zurückgehender Kirchengliederzahlen (für den Bereich der Zentralkonferenz Deutschland der EmK seit 2008 von knapp 33.000 auf knapp 26.500 im Jahr 2020, also ein Rückgang um jährlich 1,6 Prozent, der sich in diesem Zeitraum auf insgesamt rund zwanzig Prozent summiert) müsse die Arbeitsweise der kirchlichen Arbeit verändert werden, so das vorliegende Ergebnis. Das betreffe vor allem die zu reduzierende Verwaltung, um die Arbeit in den Gemeinde zu stärken.

Nach allen Überlegungen, »die wir schon fünfzigmal durchdacht haben, geht es jetzt um den Entschluss, loszugehen«, beschrieb Gabriel Straka die Situation. Nicht alles könne dabei schon im Voraus perfekt durchdacht sein, warb der Superintendent des Berliner Distrikts dafür, sich auf den Weg zu machen. »Manche Dinge wird man erst später klären können.« Beschlossen wird die von der Planungsgruppe vorgelegte neue Arbeitsweise erst im November bei der außerordentlichen Tagung der Zentralkonferenz, an der Delegierte aller drei deutschen Jährlichen Konferenzen mitwirken. Die Beratung des Arbeitspapiers während der jetzigen Tagung der Norddeutschen Konferenz dient der inhaltlichen Vorbereitung der Beschlussfassung bei der Zentralkonferenz.

Im Rahmen der Debatte kam erneut die Diskussion auf, eine weitere Verschlankung der kirchlichen Verwaltung durch die Zusammenlegung der drei deutschen Jährlichen Konferenzen zu erreichen. Der Antrag wurde auf den Weg gebracht, sodass die beiden anderen Jährlichen Konferenzen und auch die Zentralkonferenz sich mit diesem Sachverhalt werden beschäftigen müssen.

Kontroverse Diskussion über Superintendentenbericht

Mit sechs Beobachtungen und dreizehn Fragen wandten sich die drei Superintendenten sowohl an die Konferenzmitglieder als auch an die Gemeinden der Norddeutschen Konferenz. Von einigen wurde der Bericht als Kritik an ihrer Arbeit verstanden. Kontrovers wurde die Beobachtung diskutiert, in der die Superintendenten die Gottesdienste als »zentrale Veranstaltungen unseres gemeindlichen Lebens« beschreiben, dabei jedoch »oft wenig Kraft« entfalteten. »Die Abstimmung mit den Füßen ist vielerorts in vollem Gange und wird durch die Corona-Pandemie noch befördert.« Die Erosion sei dramatisch, so die Superintendenten. Mit weiteren Überlegungen zur Bedeutung der Predigt bündeln die drei Superintendenten die Passage mit der Frage: »Wie werden unsere Gottesdienste zu Quellen eines höchst erfreulichen und relevanten Glaubens?«

Diese und weitere Passagen des Berichts führten zu intensiven Auseinandersetzungen und Rückfragen. Die Hamburger Superintendentin Irene Kraft betonte, dass sie als Superintendenten »unsere Beobachtungen, unser Leiden und unseren Schmerz« mitgeteilt hätten. Es gehe im Bericht nicht darum, auf alle Beobachtungen und Fragen gleich die Antworten parat zu haben. Die Fragen seien aktuell und drängend und würden in ähnlicher Weise weiterhin »auf dem Tisch liegen« und in der Pastorenschaft und in den Gemeinden diskutiert werden müssen. Deshalb, so Gabriel Straka, sollten einzelne Fragen aufgegriffen und persönlich, gemeinsam in der Dienstgemeinschaft und vor allem in den Gemeinde vor Ort aufgegriffen und besprochen werden. »Fragen weiten unseren Horizont«, betonte der Berliner Superintendent.

Im Zusammenhang mit dem Bericht der Superintendenten teilte der Bischof mit, dass der im Sommer vergangenen Jahres gestartete Versuch, die Essener Superintendentenstelle zu teilen und als Superintendent und gleichzeitig als Gemeindepastor zu gestalten, nicht weitergeführt werde. Anlass für diesen Versuch waren Überlegungen des Stelleninhabers Stefan Kraft, für den Dienst als Superintendent »die Anbindung an die Gemeinde« zu benötigen. Im Ergebnis habe sich gezeigt, dass »eine zeitliche Abgrenzung zwischen beiden Arbeitsfeldern« nicht zufriedenstellend lösbar sei. Stefan Kraft wird mit dem neuen Konferenzjahr seine Aufgabe als Superintendent wieder in Vollzeit wahrnehmen und den Gemeindedienst als Pastor nicht weiterführen.

Personalangelegenheiten

Angesichts der aktuellen Herausforderungen in der kirchlichen Arbeit und der sich ändernden Arbeitsweise der Kirche verlängerte Rückert die Dienstzeiten für Superintendentin Irene Kraft und Superintendent Gabriel Straka bis zum Jahr 2025. Er habe die Entscheidung zur Verlängerung getroffen, weil es in dieser Zeit »voller Herausforderungen und vieler Umbrüche« nötig sei, Leitungspersonen in noch laufenden Prozessen nicht auszutauschen.

Unter Anerkennung seiner von einer anderen Kirche erhaltenen Ordination zum Pastor wurde Gero Waßweiler als Pastor in die Mitgliedschaft der Norddeutschen Jährlichen Konferenz aufgenommen. Nach Abschluss des Theologiestudiums werden Katrin Schinkel und Markus Sochocki in den pastoralen Dienst und in die Mitgliedschaft der Konferenz auf Probe aufgenommen. Mit einem bereits abgeschlossenen Theologiestudium wurde Michael Künzler als Praktikant angestellt.

Die Kommission für ordinierte Dienste, eine Art kirchliches Personalgremium, stellte Überlegungen zum Burnout im pastoralen Dienst vor. Die Kommissionsmitglieder hatten sich dazu mit einem Modell der Evangelischen Kirche von Westfalen befasst. Dieses biete hilfreiche Analyseinstrumente, um die von Personen im Pfarrdienst wahrgenommenen Aufgaben zu beschreiben. Besonders beim Coaching von Personen und bei der Neuausrichtung von Pfarrstellen habe sich das Modell bewährt und verhelfe auch bei Teilzeitdiensten oder geteilten Stellen zu hoher Transparenz.

In den Überlegungen der Kommissionsmitglieder spielte auch das Modell der sogenannten »Kollegialen Beratung« eine Rolle. Diese Methode erleichtere es, Schwierigkeiten, Herausforderungen und Konflikte im pastoralen Dienst zu benennen und in kollegialem Miteinander, Perspektiven zur Bearbeitung aufzuzeigen. Die Kommission wird sich mit der gesamten Thematik weiter beschäftigen und für die Konferenztagung im kommenden Jahr eine Beschlussempfehlung unterbreiten.

Gute Entwicklung der getroffenen Haushaltstrennung

Hinsichtlich der finanziellen Situation hörten die Konferenzmitglieder Erfreuliches: Die durch die Corona-Pandemie stark betroffene kirchliche Arbeit habe insgesamt nicht zu Einnahmeausfällen geführt. Der jetzt vorgelegte Haushaltsplan folgte erstmalig der bei der letzten Konferenztagung beschlossenen Abtrennung der Immobilien und Pensionszahlungen vom eigentlichen Konferenzhaushalt. Letzterer enthält die laufenden Kosten kirchlicher Arbeit und deren Verwaltung, die nach einer Übergangszeit strikt nach dem Verursacherprinzip aufzubringen sind, sodass die Bezirke ihre Arbeit vor Ort inklusive der Gehaltszahlung für die hauptamtlichen pastoralen Kräfte weitgehend selbst finanzieren werden.

 

Weiterführende Links

Abschlussgottesdienst der Norddeutschen Jährlichen Konferenz als Video (YouTube)

Dienstzuweisungen NJK 2022

So., 05/22/2022 - 12:00

(x) Zahlen in Klammern = Anzahl der Dienstzuweisungsjahre

Distrikt Berlin

Superintendent: Gabriel Straka (8)

  • Berlin-Charlottenburg, deutsche Gemeinde: Anja Müller (7, Lokalpastorin)
  • Berlin-Charlottenburg, internat. Gemeinde: Anja Müller (1, Lokalpastorin)
    Berlin-Friedenau/Schöneberg: Holger Sieweck (16)
  • Berlin-Friedrichshain: Holger Sieweck (8)
  • Berlin Ghanaische Gemeinde: Stephen Amoah (5, Mitarbeiter im Gemeindedienst), Aufsicht: Gabriel Straka
  • Berlin-Kreuzberg: Thomas Steinbacher (8)
  • Berlin-Lankwitz: Frank Drutkowski (20, Lokalpastor), weitere Stelle: zu besetzen
  • Berlin-Neukölln/Eichwalde: Thomas Steinbacher (8), Matthias Zehrer (2)
  • Berlin-Schöneweide/Marzahn: Matthias Zehrer (2)
  • Berlin-Spandau: Marco Alferink (2)
  • Berlin-Tegel: Marco Alferink (2)
  • Berlin-Wittenau: nicht besetzt, Aufsicht: Gabriel Straka
  • Cottbus: Ingo Gutsche (3)
  • Eberswalde: Frank Burberg (4)
  • Neubrandenburg: zu besetzen, Aufsicht: Gabriel Straka
  • Neuruppin: Steffen Klug (1)
  • Oranienburg/Zepernick: Andreas Fahnert (7), Heidi Käsler (1, Mitarbeiterin im Gemeindedienst)
  • Potsdam: Lars Weinknecht (1)
  • Rostock: Angelika Wittko (3, Mitarbeiterin im Gemeindedienst), Aufsicht: Gabriel Straka
  • »Räume für christliche Spiritualität«    Maren Herrendörfer (3)
Distrikt Essen

Superintendent: Stefan Kraft (5)

  • Bebra/Eisenach:Jürgen Stolze (9), Raimund Schwarz (3, Mitarbeiter im Gemeindedienst)
  • Bergisches Land: Bodo Laux (9), Markus Sochocki (1, Pastor auf Probe)
  • Bielefeld: Nicole Bernardy (2)
  • Braunfels: Sebastian Begaße (1)
  • Detmold: Günter Loos (8)
  • Essen: Sven Kockrick (9)
  • Ghanaische Gemeinden Rhein/Ruhr: Charles Gyasi (7)
  • Herges-Hallenberg: Raimund Schwarz (3, Mitarbeiter im Gemeindedienst), Aufsicht: Jürgen Stolze
  • Kassel/Großalmerode: Katrin Schinkel (1, Pastorin auf Probe), Aufsicht: Jürgen Stolze
  • Lage: Günter Loos (6)
  • Mülheim an der Ruhr: Sven Kockrick (5)
  • Rheinland: Dr. Rainer Bath (5), Abena Obeng (4, Lokalpastorin)
  • Ruhrgebiet Ost: Regine Stoltze (5), Dr. Gero Waßweiler (4), Charles Gyasi (2)
  • Thüringer Wald:  Jürgen Stolze (3), Raimund Schwarz (3, Mitarbeiter im Gemeindedienst)
  • Wuppertal-Barmen:  Dr. Daniele Baglio (1)
Distrikt Hamburg

Superintendentin: Irene Kraft (8)

  • Bookholzberg: Ruthild Steinert (6)
  • Braunschweig/Clausthal: Friederike Meinhold (5) unter Mitarbeit von Dirk Liebern, Lokalpastor
  • Bremen: Katharina Lange (1), Michael Putzke (1)
  • Bremen-Nord: Susanne Nießner-Brose (1)
  • Bremerhaven: Christhard Elle (13)
  • Delmenhorst-Neerstedt: Katharina Lange (1), Ruthild Steinert (1)
  • Edewecht: Rainer Mittwollen (2)
  • Ellerbek: Christine Guse (11)
  • Flensburg: Regina Waack (9)
  • Ghanaischer Bezirk Hamburg: Eldad Newlove Bonney D.Ed, M.phil. (5)
  • Hamburg International UMC: Edgar Lüken (6)
  • Hamburg-Eimsbüttel: Hartmut Kraft (7)
  • Hamburg-Hamm: Edgar Lüken (8), Silke Bruckart (6)
  • Hamburg-Harburg: Andreas Kraft (5)
  • Hamburg-Nord: Uwe Onnen (8), Hartmut Kraft (2), Anne-Marie Detjen (2)
  • Hamburg-Wilhelmsburg: Anne-Marie Detjen (4)
  • Hannover: Hans-Hermann Schole (6), Dirk Liebern (3, Lokalpastor)
  • Kiel: Rainer Prüßmann (3)
  • Leer: Siegfried Stoltze (12)
  • Lübeck: zu besetzen, Vakanzbegleitung: Willliam Barnard-Jones
  • Minden: Nicole Bernardy (7)
  • Neuschoo/Aurich: Bärbel Krohn-Blaschke (4)
  • Oldenburg/Wilhelmshaven: Klaus Abraham (17), Michael Künzler (Praktikant)
  • Osnabrück: Olaf Wischhöfer (10)
  • Westerstede/Wiesmoor: Rainer Mittwollen (2)
  • Wolfsburg:    Dietmar Wagner (13)
In besonderen Diensten

Im Bereich der Jährlichen Konferenz, Zentralkonferenz und deren Einrichtungen

  • Kinder- und Jugendwerk
    Leiter: Lars Weinknecht (13)
    Referent für die Arbeit mit Jugendlichen: Dirk Liebern (5)
    Referent für die Arbeit mit Jugendlichen: Andreas Fahnert (7)
    Referent für die Arbeit mit Kindern: Rainer Prüßmann (3)
  • Kommission für Evangelisation
    Sekretär für missionarischen Gemeindeaufbau: Christhard Elle (5)
  • Öffentlichkeitsarbeit
    Leitender Redakteur »unterwegs«: Michael Putzke (6)
  • Diakonie
    Agaplesion Bethesda Krankenhaus und Seniorenzentrum Wuppertal: Jürgen Woithe (10)
    Bethanien Diakonissen-Stiftung, Agaplesion Bethanienhöfe Hamburg: Uwe Onnen (8)
    Agaplesion Bethanien-Verbund Berlin und Havelgarten Berlin: Birgit Fahnert (7/15)
    Bethanien Diakonissen-Stiftung, Theologischer Vorstand: Christian Voller-Morgenstern (1)
  • Theologische Hochschule
    Professor Dr. Stephan von Twardowski (5)
Beurlaubungen
  • Sebastian D. Lübben (5)
  • Tanja Lübben (2)
Pastorinnen und Pastoren im Ruhestand

Dr. Daniele Baglio, William Barnard-Jones (Lokalpastor), Siegfried Barth, Dieter Begaße, Walter Berchter, Benno Bertram, Gunter Blaschke, Werner Braun, Volker Bruckart, Gerold Brunßen, Edit Czimer, Elke Dinkela, Daniel Dittert, Reinhold Elle, Siegfried Ermlich, Andreas Fellenberg, Joachim Georg, Matthias Götz, Christel Grüneke, Rudi Grützke, Hartmut Handt, Armin Hanf, Frank Hermann, Hans-Wilhelm Herrmann, H. Van Jollie, Carolyn Kappauf, Johannes Kapries, Martin Lange, Thomas Leßmann, Hans Michalski, Dr. Ute Minor, Karsten W. Mohr, Werner Mohrmann, Ruthardt Prager, Helmut Robbe, Joachim Rohrlack, Dieter Rutkowski, Manfred Sanden, Manfred Selle, Helmuth Seifert, Dietmar Sieweck, Hans-Albert Steeger, Hans-Ulrich Stein, Herbert Stephan, Karl Heinz Voigt, Friede-Renate Weigel, Joachim Weisheit

Bewerber/innen für das Predigtamt – Studierende

An Universitäten und anderen Ausbildungsstätten

  • Jonas Stolze
Ehrenhaft lokalisierte Pastoren/Pastorinnen
  • Jürgen Anker (i .R.)
  • Manfred Müller
  • Andreas Schäfer

Schon jetzt anders auf das eigene Leben schauen

So., 05/22/2022 - 06:35

Die in Berlin tagende Norddeutsche Jährliche Konferenz unterbrach am gestrigen Samstag ihre Beratungen. In einer Gedächtnisfeier erinnerten sich die Konferenzmitglieder derer, die im zurückliegenden Konferenzjahr verstarben. Erinnert wurde an die Pastorenwitwe Hannaruth Harriefeld, geborene Schütz, die am 12. März dieses Jahres im Alter von 95 Jahren verstarb. Ebenso gedachten die Konferenzmitglieder Hinrich Wachtendorf, der im Alter von nur 62 Jahren am 28. März nach kurzer, schwerer Krankheit überraschend verstarb. Für den Bezirk Delmenhorst war er bis zu seinem Tod drei Jahre lang Laienmitglied der Norddeutschen Jährlichen Konferenz.

Der Tod als »gefürchtete Reise«

Das irdische Leben sei nicht alles, »wie aber das ›himmlische Zuhause‹ sein wird, wissen wir nicht«. Mit diesem Gedankengang eröffnete Maren Herrendörfer ihre Predigt im Gedächtnisgottesdienst. Die in Berlin wirkende Pastorin nahm dafür die Erzählung »Blatt vom Tüftler« des britischen Schriftstellers J. R. R. Tolkien auf. Ein Mann namens »Tüftler« versucht das Bild eines fantastischen Baumes zu malen. Vor seinem inneren Auge hat er ganz klare Vorstellung und verliert sich deshalb in allzu vielen Details.

Mit der Zeit wird ihm klar, dass er das Bild nicht fertigstellen wird, bevor seine eigene Zeit zu Ende ist. Die »gefürchtete Reise«, so wird der Tod in der Geschichte beschrieben, kommt jeden Tag näher. Viel früher als erwartet, wird der Mann aus seiner Arbeit herausgerissen und muss die »gefürchtete Reise« antreten. Der Baum war tatsächlich nicht mehr fertiggeworden. Auf dem Weg ins Jenseits ist er bei seiner Ankunft völlig überrascht: Vor ihm steht doch tatsächlich »sein« Baum – nicht als Gemälde, sondern exakt so wie er ihn vor seinem inneren Auge immer gesehen hatte. »Seinen Baum gibt es wirklich«, hält die Predigerin fest.

Nichts ist vergeblich

Diesen Gedanken aufnehmend hob Herrendörfer auf die tröstende Hoffnung ab: Nichts sei vergeblich gewesen, das die beiden Verstorbenen in ihrem Leben getan haben. Sie dürften jetzt sehen, womit auch sie – wie der Tüftler – vielleicht nicht fertig geworden waren.

Von dieser Hoffnung spreche auch Paulus, indem er die Gemeinde in Korinth auffordert: »Bleibt daher fest und unerschütterlich in eurem Glauben, meine lieben Brüder und Schwestern! Setzt euch mit aller Kraft für den Herrn ein, denn ihr wisst: Nichts ist vergeblich, was ihr für ihn tut.« (1.Korinther 15,58) Diese Hoffnung mache es möglich, schon jetzt anders auf das eigene Leben zu schauen.

»Mag sein, dass wir viele unserer Ideen und Vorstellungen nicht umsetzen können«, beschrieb Herrendörfer nüchtern die eigenen Grenzen. Aber Ideen und Träume seien nicht vergebens, »denn es gibt sie, die neue, heilgewordene Welt«, bezeugte die Predigerin. Gott werde diese neue Welt erschaffen, »und weil das so ist, haben Menschen Visionen von einer besseren und gerechteren Welt!« Es gebe mehr, als die Menschen sehen könnten. Mit dem eigenen Tun, so unvollendet es sein und bleiben mag, könnten Menschen an diesem Neuen und noch Unsichtbaren teilhaben.

Das Wort Sackgasse hat seinen Schrecken verloren

Sa., 05/21/2022 - 11:22

Am gestrigen Freitagvormittag begaben sich die Mitglieder der Norddeutschen Jährlichen Konferenz für die morgendliche Konferenzbibelarbeit aufs Wasser. Unter der Leitung der Pastoren Marco Alferink und Andreas Fahnert ging es unter dem Motto »Leinen los!« um das drohende Scheitern der paulinischen Mission in Kleinasien. Es ging um die Fragen: »Wie gelingt es die Leinen zu lösen?, und »Wie ist es möglich, Sackgassen zu verlassen?« Ausgangspunkt dafür war die Erzählung aus der Apostelgeschichte (Kapitel 16,6-13), in der es darum geht, wie Paulus mit seiner Mission in Kleinasien offensichtlich nicht weiterkommt. Trotz aller Bemühungen heißt es zweimal sehr deutlich, dass es nicht weiterging. Der Heilige Geist habe es nicht zugelassen, dass Paulus und seine Begleiter die Menschen in weiteren Regionen Kleinasiens mit dem Evangelium erreichten. Es ging also nicht weiter, und auch damals war die Frage, wie geht es dann weiter?

Auf dem Wasser und bei Sonnenschein wird es kreativ

Auf dem Ausflugsschiff »Havelstern«, das den im Südwesten von Berlin gelegenen Wannsee befuhr, setzten sich die Teilnehmer in Vierergruppen zusammen, die im Laufe der nächsten anderthalb Stunden zweimal gewechselt wurden. Die Gesprächsform des sogenannten »Weltcafés« dient dazu, möglichst viele Personen innerhalb kurzer Zeit miteinander intensiv ins Gespräch zu bringen. In bunt gemischten Tischgruppen reden die Konferenzmitglieder miteinander. Wichtig ist dabei die Bereitschaft, die anderen am Tisch an den eigenen Gedanken und Erfahrungen teilhaben zu lassen.

Im ersten Gesprächsgang ging es um die Erfahrung des Paulus in Kleinasien: Nichts geht voran, wie groß die Anstrengungen auch sind. An den Tischen ging es ausgehend von der Erfahrung des Paulus um die Situationen selbst erlebter »Sackgassengefühle«. Im kleinen Kreis erzählten die Konferenzmitglieder von medizinischen Diagnosen, die ihr Leben auf den Kopf gestellt hatten. Andere erzählten von Versetzungen, die familiären Stress auslösten, oder wie in der Gemeindearbeit zeitweise nichts mehr voranging.

Die zweite Gesprächsrunde stand unter dem Thema »Wer ruft? Wovon träumst du?«. Der Abschnitt der Bibelarbeit aus der Apostelgeschichte berichtet davon, dass Paulus in der Nacht eine Erscheinung hatte. »Ein Mann aus Makedonien« habe vor ihm gestanden und ihn gebeten: »Komm herüber nach Makedonien und hilf uns!« Beim Austausch an den Tischen ging es darum, wie sich überraschenderweise neue Wege eröffneten. Ein Kommentar nach Abschluss der Bibelarbeit, brachte es selbstkritisch auf den Punkt: »Es war deutlich leichter, von erlebten Sackgassen zu erzählen als von überraschenden Wegen, die herausführten«. Trotzdem gab es an den Tischen angeregten Austausch über Erlebnisse, die überraschende, neue Wege eröffneten.

Raum schaffen für Träume vom Aufbruch

Paulus und seine Begleiter hatten sich auf einen neuen Weg nach Makedonien gemacht. Auf dem Weg dorthin treffen sie dann allerdings nicht den aus der nächtlichen Erscheinung eigentlich zu erwartenden »Mann aus Makedonien«. Vielmehr begegnen sie in der Nähe einer jüdischen Gebetsstätte einigen Frauen, darunter die Purpurhändlerin Lydia. Es war also nicht der »erschienene Mann«, sondern eine Frau, mit der die Mission des Paulus weitergeht. Diese doppelt überraschende Erfahrung, dass eigene Pläne und Überlegungen »über den Haufen geworfen werden«, war Inhalt der dritten Gesprächsrunde. Offenheit, so der Austausch in den Gesprächsgruppen, ist nötig, um sich auf Neues einlassen und einstellen zu können.

Am Ende der Bibelarbeit äußern einige Konferenzmitglieder, was ihnen in den Begegnungen und Gesprächen wichtig wurde. Zwei Personen teilten mit, dass für sie das Wort »Sackgasse« seinen Schrecken verloren habe. Sie hätten neu entdeckt, dass Sackgassen auch die Chance eröffneten, Dinge anders zu machen. »Unsere Denkweisen, sind oft das, was uns blockiert – und wie wir damit auch Gott blockieren«, sagte Claudia Kittsteiner von der Gemeinde Kreuzkirche Berlin-Lankwitz. Häufig, so Kittsteiner weiter, sei das Denken zu sehr festgelegt, um das Neue der sich bietenden Möglichkeiten zu entdecken.

»Wir haben viele Gremien, in denen wir besprechen können, was zu organisieren ist. Aber wir haben kaum Räume, in denen wir Zeit haben, Neues zu entwickeln«, resümierte Gabriel Straka nach der Bibelarbeit. Der Superintendent des Berliner Distrikts wünscht sich viel häufiger »eine Atmosphäre, in der wir träumen können, uns öffnen können, um wieder Träume zu haben«. Deswegen, so erklärte er den Grund für die Durchführung der Bibelarbeit während eines Ausflugs mit dem Schiff, sollten die Konferenzmitglieder mit vielen Ausblicken und Eindrücken angeregt werden. »Trotzdem sollte der Fokus auf die Fragen gerichtet bleiben, die uns im Inneren bewegen: nämlich, wie wir als Kirche vorankommen«.

Der Eindruck der Beobachter: Die Norddeutsche Konferenz ist ein gutes Stück vorangekommen.

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